Zuckermonster

Hilfe für Zuckersüchtige.

Hafermilch, die zweite. – Reingefallen!

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Ach man!
Gekaufte Hafermilch im Tetrapack wird völlig anders hergestellt, als die, die ich mir in der Küche selber mixe (hier beschrieben). Und das ärgert mich! Wirklich. Ich sag euch gleich warum, aber erst mal von Anfang an:

Vor einer Weile hab ich ausnahmsweise mal Hafermilch im Tetrapack gekauft. Auf der Zutatenliste stand: Wasser, Hafer, Sonnenblumenkernöl und Meersalz. Toll! Wie praktisch! Ohne Zucker und sogar mit Meersalz! Ausserdem stand vorne auf der Packung noch mal dick: Ohne Zusatz von Zucker. – Also, ich fand’s gut!

Zuhause öffnete ich die Packung und freute mich wie eine Schneekönigin, denn sie schmeckte so schön süß, ganz ohne Zucker! Oh, lecker!

Ich war also so begeistert, dass ich meinen allgegenwärtigen Vorsatz „Iss vollwertig!“ missachtete. Ich redete mir die leckere Milch schön: „Nur einfach verarbeitet! Zufällig süßer als meine selbst gemachte.“ Meine leise innere Stimme fragte: „Und die 5 Gramm Zucker pro 100 ml in der Liste?“ Ich antwortete ihr irgendwas mit „… natürlicher Zuckergehalt im Hafer“ und ignorierte meinen Zweifel, denn ich war so froh über dieses leckere Geschenk.

OH, MAN! (Moment noch, gleich versteht ihr meinen Ärger.)

Ich fand eine Menge Möglichkeiten, und setzte die Milch gerne ein. Warmer Kakao und Chiapudding zum Beispiel, das schmeckte alles viel besser, als mit frischer Hafermilch.

Etwa zur selben Zeit machte sich seltsamerweise das Zuckermonster wieder bemerkbar. Es schien sich zu regen und ich hatte mit ein paar Zuckergelüsten zu kämpfen. Nach einer Weile und einigen Paketen Hafermilch kniffen mich meine Hosen. Ich besitze schon ewig keine Waage mehr, aber ich bemerkte deutlich, dass ich etwas zugenommen hatte.

Wie war das möglich?

Endlich hörte ich auf diese kleine Stimme, die die Hafermilch anzweifelte und begann nachzuforschen. Mir gefiel nicht, was ich fand:

Um Hafermilch herzustellen wird ein Brei aus Hafer und Wasser (1:10) aufgekocht und anschließend mit Enzymen versetzt, die einen Teil der Stärke in Zucker umwandeln. Diese Stärkeumwandlung entspricht in etwa der Zuckerherstellung in den Raffinerien. In beiden Fällen werden die Bindungen der langkettigen Zucker gelöst und die Stärke zerfällt in einzelne Zuckerbausteine. Die Zuckersorte (siehe Grafik) und Menge lässt sich durch die Art und Anzahl der Enzyme, die Temperatur und Dauer steuern.

Kurz gesagt: ich hätte ebenso gut 50 Gramm (12,5 TL!) Zucker in meinen Liter selbst gemachte Hafermilch geben können und das Ergebnis wäre ungefähr das gleiche gewesen.

Versteht ihr meinen Ärger?
Diese Verfahrensweise muss nicht auf der Verpackung angegeben werden und die Getreidemilch darf mit zuckerfrei beworben werden. Zum einen bin ich sauer über die fehlende Aufklärung auf der Packung, aber zum anderen ärgere ich mich auch über mich selber, dass ich darauf reingefallen bin. Eigentlich weiß ich es besser, aber ich vermute, dass der kleine Zuckerholiker in mir seine Chance genutzt hat.

Und als ob das nicht schon genug wäre: diese Enzyme sind zumeist auch noch gentechnisch verändert, und auch das muss nicht deklariert werden.
„Lange Zeit war die Stärkeverzuckerung wirtschaftlich kaum interessant. Dies änderte sich, als die zur Stärkespaltung benötigten Enzyme mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen billig, in unbegrenzten Mengen und in der notwendigen Qualität hergestellt werden konnten.“ Quelle 

Aber jetzt ist es auch gut.

In meinem Kühlschrank steht seit einer Weile wieder selbst gemachte Hafermilch und mit diesem Artikel schließe ich das Thema Fertig-Getreide-Milch und den ganzen Ärger ab.

Falls ich mit meinen Nachforschungen falsch liegen sollte, würde ich mich übrigens sehr über eine Richtigstellung freuen – Und auch in anderen Fällen: ich freue ich mich immer über Kommentare! 🙂

Weitere Infos dazu findet ihr hier, hier und hier.

04.02.2017: Hier gibt es eine tolle Pflanzenmilch-Alternative

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65 Kommentare

  1. Hi Ilka.

    Ich habe gerade mit Interesse Deinen Artikel gelesen.

    Unsere Bobachtungen sind bei unseren Kindner und auch anderen, dass Zuckeraufnahme ihren Körpern nicht gut tut und bemühen uns so gut wie möglich den Zucker außen vorzulassen. Das gelingt nicht immer, wie zum Beispiel Kindergeburtstage! Das ist schon krass, was Eltern da ihren Kindern zumuten. Spricht man Eltern darauf an, sind viele diesbezüglich völlig unbedarft.

    Doch zur eigentlichen Frage an Dich. Kann es sein, dass bei der Herstellung von Reismilch ebenso Enzyme verarbeitet werden. Wir sind auf diesen Gedanken gekommen, weil diese auch so süß schmeckt. Auf der Packung steht: „nur natürliches Zucker aus der Reisvermentation.“ Was weißt du darüber?

    LG Walter Neumann

    • Der Prozess der Fermentation entspricht exakt einer enzymatischen Umwandlung.
      Ja, deshalb schmeckt Pflanzenmilch süß.
      Bestenfalls selber machen (wie oben beschrieben)

      Lieben Gruß

  2. Hallo Walter,

    ich finde, dass ein 100%iger Verzicht auf Zucker sehr anstrengend ist. Die Welt um uns herum ist einfach noch nicht so weit und so steht man viel zu oft als Spielverderber da. Wenn ihr es im Alltag schafft, ist das doch schon richtig toll! Ich glaub nicht, dass unser Körper ein Problem mit den (genussvollen) Ausnahmen hat. Es ist eher der alltäglichen, regelmäßigen Konsum, der uns schadet. Lasst eure Kinder ruhig zu den besonderen Gelegenheiten naschen und fragt sie danach mal, wie sie sich fühlen. Ich finde, dass das bewusste Naschen viel mehr bringt, als ein generelles Verbot.

    So, die Reismilch:
    Nach meinen Nachforschungen wird hier die gleiche Fermentation angewendet. Immerhin ist es auf eurer Packung sogar angegeben! Reis enthält kaum Zucker und wenn man den 1:10 mit Wasser verdünnt ist es doch eigenartig, dass plötzlich 5g Zucker in 100 ml Reismilch sind.

    Soja und Mandelmilch werden nicht mit Enzymen versetzt. Hier noch mal die Info dazu:
    http://www.verbraucher.de/Getreidedrinks-Werbeaussagen-ueber-Zuckergehalt-oftmals-verwirrend-1

  3. WOW, da bin ich offenbar auch reingefallen. Ich meide Zucker wie der Teufel das Weihwasser und dann sowas!
    Danke für die Aufklärung – zumal ich nur *zufällig* über Deine Seite gestolpert bin … aber es gibt ja keine Zufälle 😉

    • Ich bin über jeden froh, der über diesen Artikel stolpert 🙂
      Herzlich Willkommen!

      • Hi, aber in der Challenge sind doch auch griech. Joghurt erlaubt bei Zuckerfrei 40 Tage von Hannah Frey. Oder hast du für dich persönlich den cut gemacht dass 5 % Zucker noch Zuviel sind ?

        • Das sind zwei Paar Schuhe. Der Zucker in Milchprodukten ist Lactose und die wird sehr langsam verstoffwechselt. Dieser Zucker macht kein großes Problem. 5% zugefügte Glucose oder Fructose sind für Zuckersüchtige oft zu viel. Sie werden viel schneller ins Blut übergeben und sorgen so für ungesunde Reaktionen im Körper. Sie triggern und lösen Zuckerhunger aus.

  4. Danke fuer das Artikel. Ich habe mir die ganze zeit abgefragt wieso die hafermilch so suss war, ganz lecker aber mir hat es nicht gelungen um es selber zu machten, und jetzt Weiss ich dan endlich wieso… und bin erschrikt, haha.

  5. Hallo.
    Ich stöbere seit letzter Woche auf deiner Seite rum und liebe sie!!!
    Ich fange gerade erst an umzustellen. Und nehme aber schon lange den Soja Reis Drink von Aldi (GutBio) da steht auch kein Zucker drauf, aber auf der Inhaltsstoffliste schon … Könnte es das gleiche Problem sein?
    Jetz möchte ich mal deine Hafermilch versuchen.
    Ist es wichtig ob man weiche oder harte Haferflocken benutzt? Und wie lange hält sich das wohl im Kühlschrank? Du hattest in deinem Artikel dort was von Hafersahne zum Kochen geschrieben? Stellst du die anders her oder hab ich das falsch verstanden?
    Mach bitte weiter so, ich hab schon soo viel Werbung für deine Seite gemacht 🙂

    LG und DANKE!

    • Ach, liebe Dörte, dein Kommentar freut mich wirklich sehr! Vielen Dank!

      Leider muss ich sagen, dass es sich bei Reismilch um das gleiche Problem handelt. Angeblich wird nur Soja- und Mandelmilch nicht mit Enzymen versetzt. Wahrscheinlich hat die Soja-Reis-Milch um die 4-5 Gramm Zucker pro 100 ml, oder? Soja oder Reis enthält nicht mal im „unverdünnten“ Zustand annähernd soviel Zucker – also ist der Fall ziemlich klar.

      Die zarten Haferflocken gehen etwas schneller, man muss weniger mixen. Aber sei nicht zu enttäuscht, die Milch schmeckt wirklich deutlich anders, als die aus dem Tetrapack. Für Hafersahne brauchst du einfach weniger Wasser als für die Milch.

      Bisher hat die Milch immer 2-4 Tage im Kühlschrank gehalten. Wenn ich weniger brauche, friere ich sie (wie oben beschrieben) ein.

  6. Ich schließe mich den anderen an: Vielen Dank für diesen Augenöffner! Ich meide Zucker auch schon seit ein paar Monaten, aber man findet immer wieder etwas, das noch gestrichen werden muss. Insgesamt ist deine Seite wirklich sehr inspirierend und hilft auch über das ein oder andere Tief hinweg, also dafür auch nochmal ein großes Danke. 🙂

  7. Deine Seiten sind ein Hochgenuß im wahrsten Sinne des Wortes. Mache weiter so und herzlichen Dank.
    Ganz lieben Gruß Gisela

  8. Hallo Ilga Pohlmann,

    wenn dem Haferdrink genmodifizierte Enzyme zugegeben würden, wäre das natürlich wirklich nicht gut. Meines Wissens darf bei Lebensmitteln mit dem EU-Bio-Siegel aber nichts Genmodifiziertes zugesetzt werden.

    Aber wieso genau soll nun Haferdrink, bei dem etwas von der Stärke schon vorab mit Amylase gespalten wurde, grundsätzlich schlechter sein als z.B. selbst produzierte Hafermilch? Amylase kommt doch ebenso in unserem Speichel und in unseren Mägen vor, d.h. auch in unserem Verdauungstrakt wird aus langkettigen Stärkemolekülen mit diesem Enzym der Einfachzucker Glukose produziert, der unseren Körper (insbesondere das Gehirn und die Muskeln) mit Energie versorgt. Wenn das schon vor dem Körper passiert, schmeckt es halt etwas süßer, aber am Energiegehalt oder an den Stoffwechselprodukten ändert es doch nichts oder zumindest nichts Wesentliches.

    Natürlich könnte der süßere Geschmack des industriell produzierten Haferdrinks auch einfach zu einem höheren Konsum verleiten.

    Entscheidend dürfte aber eher Folgendes sein: Ein Liter Haferdrink vom Marktführer enthält rund 70 Gramm Kohlehydrate, 100 Gramm Haferflocken hingegen nur ca. 58 Gramm. Vorausgesetzt, der Körper verwertet einfach alle Kohlehydrate, entspricht das beim Marktführer 70 / 3 = 23 Stück Zucker pro Liter. Dagegen fallen bei einem Liter Haferdrink, der mit 50 – 100 Gramm Haferflocken selbst produziert wurde, maximal so viele Kohlehydrate an, wie sie in 29 bis 58 Gramm, also 10 bis 19 Stück Zucker enthalten sind. Der Haferdrink aus dem Supermarkt ist also einfach „dicker“ und damit auch kaloriendichter. Wenn man ihn mit ebenso viel Wasser verdünnen würde, dürfte er dem selbst produzierten ernährungsphysiologisch ziemlich nahe kommen.

    Mir persönlich ist bei Pflanzeneiweißdrinks vor allem wichtig, dass sie kein Öl enthalten, da dieses als reines, von allen wertvollen Begleitstoffen befreites Fett die Arterien schädigt. Dadurch schrumpft die Auswahl dann etwas zusammen, nämlich auf Soja-, Soja-/Reis- und Mandeldrink. (Letzterer ist mir jedoch zu teuer.) Würde ich Haferdrink selbst herstellen, würde ich das Öl einfach weglassen. Hafer hat von sich aus genug Fett, da muss man nicht noch raffiniertes Fett hinzufügen.

    Viele Grüße
    Hauke Dressel

    • Hallo Hauke,
      da muss ich ja richtig ausholen! 😀

      Also, guck mal hier „Lange Zeit war die Stärkeverzuckerung wirtschaftlich kaum interessant. Dies änderte sich, als die zur Stärkespaltung benötigten Enzyme mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen billig, in unbegrenzten Mengen und in der notwendigen Qualität hergestellt werden konnten.“
      Nicht die Enzyme sind gentechnisch verändert, sondern der Nährboden. Somit wurden die Enzyme so stark, dass sich die Fermentation jetzt wirtschaftlich lohnt. Das muss wohl nicht auf der Verpackung angegeben werden.

      Das Problem bei der vorher aufgespaltenen Stärke ist eben genau das vorher Aufgespaltene. Der Körper muss es nicht mehr tun, und der Zucker kann sehr schnell ans Blut übergeben werden. Die Folge ist eine erhöhte und zu hohe Ausschüttung von Insulin, mit all ihren negativen Folgen für unseren Organismus.

      Kommt zu viel Glucose auf einmal ins Blut, schüttet die Bauchspeicheldrüse nicht genau passend Insulin aus, sondern reagiert wie geschockt und gibt sehr viel mehr als normal frei. Jetzt wird allerdings viel zu viel Glucose mit Hilfe des Insulins in die Zellen gebracht. Mit der Folge, dass der Blutzuckerspiegel dann viel zu niedrig ist. Das wiederum verleitet zum erneuten Essen und der nächsten Ausschüttung von Insulin. Man gerät in das typische auf und ab des Blutzuckerspiegels und befindet sich dauerhaft im Fettspeichermodus (Insulinausschüttung = Fettspeichermodus; Glucagonausschüttung = Fettabbaumodus)

      Deine Berechnungen kommen möglicherweise noch obendrauf!

      Ich persönlich sehe Fette mittlerweile etwas anders. Meiner Recherche nach ist es viel wichtiger, jedes einzelne Fett genau zu betrachten und besonders auch auf die Omega-Fette zu achten. Wir alle scheinen deutlich mehr Omega-3 zu benötigen und Entzündungsherde im Körper zu minimieren. Sonnenblumenöl scheint da keine gute Idee zu sein. Aber das Thema ist fast schon zu groß für einen Kommentar, oder?

      • Hallo Ilga,

        also für die Produktion von Lebensmitteln mit dem deutschen Bio-Siegel (das ist das Sechseckige) dürfen gar keine genmodifizierten Organismen verwendet werden, auch nicht als Vorstufen oder Produktionsfaktoren. Wenn in meinem Soja-Reis-Drink (nicht vom Marktführer) also Enzyme drin sein sollten, so wurden diese zumindest nicht wie in Deinem Zitat beschrieben hergestellt. Das ist eigentlich auch gar nicht nötig, denn die stärkespaltende Amylase kommt auch ganz natürlich z.B. in Reis und Gerste vor.

        Wie hältst Du es denn mit Obst, also z.B. Weintrauben, Bananen und Zwetschgen? Das enthält ja auch lauter Einfachzucker. Meidest Du das auch?

        Kennst Du eigentlich eine wissenschaftliche Studie, die es belegt, dass die Insulinausschüttung zu hoch ist, wenn dem Körper Glukose zugeführt wird? Meiner Meinung nach sollte die Bauchspeicheldrüse eines gesunden Körpers mit funktionierenden Regelkreisläufen genau so viel Insulin produzieren, wie zur Verstoffwechselung der ankommenden Glukose erforderlich ist und nicht mehr. Bei Typ-II-Diabetikern reicht das Insulin ja noch nicht mal. (Wegen der Insulinresistenz der die Glukose aufnehmenden Zellen.) Die müssten dann ja sogar gerade Glukose zuführen, um den von Dir beschriebenen Insulinüberschuss hervorzurufen.

        Interessanterweise führt z.B. das Essen von Rindfleisch zu einer höheren Insulinausschüttung als das Essen von Vollkornpasta. (Holt SH, Miller JC, Petocz P. An insulin index of foods: the insulin demand generated by 1000-kJ portions of common foods. Am J Clin Nutr. 1997 Nov;66(5):1264-76. )
        Da Fleisch aber andererseits keine nennenswerten Kohlehydrate enthält, die in Glukose gespalten und vom Insulin in die Zellen transportiert werden könnten, müsste das Insulin in dem Fall ja tatsächlich auch noch das letzte bisschen Glukose aus dem Blut holen und damit zu einer Unterzuckerung und also neuem Hungergefühl führen. Also sollte man wohl eher davor warnen?

        Viele Grüße
        Hauke

        • Hallo,

          sieh mal bitte hier: http://www.lebensmittelklarheit.de/informationen/gentechnik-lebensmitteln
          weiter unten steht eine Tabelle mit Produkten, bei denen der Einsatz der Gentechnik nicht gekennzeichnet werden muss. Enzyme – mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestelltes Enzyme […] Amylasen zur Umwandlung von Stärke, beispielsweise in Brot und Backwaren, Pektinasen bei der Gewinnung von Fruchtsäften

          Und wie ich hier geschrieben habe: „Produkte mit den staatliche Siegeln müssen nicht zu 100% bio sein. Vorgeschrieben sind, dass mindestens 95% der Inhaltsstoffe aus Öko-Anbau kommen. Das ist bei den privaten Siegeln anders, dort hat nur Naturland eine kleine Ausnahme von max. 5%, falls Produkte nicht in Bioqualität lieferbar sind. EU-Siegel-Produkte dürfen sogar bis zu 0,9% gentechnisch verändertes Material enthalten, Genmanipulation schließen die anderen Zeichen aus.“ Wenn du also EG-Siegel Getreide-Milch kaufst, steht den veränderten Enzymen nichts im Wege.

          Ich halte Obst für sehr gesund, weil die Fructose im Paket mit Faserstoffen aufgenommen wird. Die wasserlöslichen und wasserunlöslichen Ballaststoffe verhindern eine zu schnelle Weitergabe des Zuckers an das Blut.
          Zuckersüchtige werden allerdings auch durch die Fructose im Obst getriggert und deshalb halte ich es für vorteilhaft, in der Entzugszeit kein Obst und besonders viel Gemüse zu essen.

          Der raffinierte isolierte Zucker ist unnatürlich für den Körper und so reagiert er auch übertrieben. Du kannst den erhöhten Blutzuckerspiegel nach isolierten Zuckern sehr einfach selber messen und wenn du genau in dich hineinspürst, kannst du den anschließenden starken Abfall des Blutzuckerspiegel auch merken.

          Hier ist ein kurzes Video über Studien in dem auch diese extreme Reaktion in Minute 1:20 angesprochen wird:
          https://www.youtube.com/watch?v=sHEJE6I-Yl4

          Das stimmt. Insulin beeinflusst auch den Proteinstoffwechsel. Aber das Hormon hat weitaus mehr Aufgaben als nur die Glukose in die Zellen zu bringen. Es hat viele Effekte im Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsel.

          Warnen vor Fleisch? Mir fallen dafür viele Gründe ein, aber die Insulinausschüttung halte ich in dem Zusammenhang für weniger tragisch.

    • Hallo Hauke,
      die Hafermilch von Oatly enthält kein Öl
      …dafür und deswegen lässt sie sich auch schlechter aufschäumen.
      Schöne Grüße
      Birgit

    • ohne Öl gibt es aber keinen Milchschaum und ich gebe immer einen Tropfen hochwertiges Bio Leinöl in die selbstgemachte, oder auch gekaufte Ersatzmilch wenn diese sich nicht schäumen lässt.
      VG

  9. Auf der Packung steht doch

    Kohlenhydrate …………. XXX
    davon Zucker …………. XXX

    Wie blöd muss man sein, um das nicht zu verstehen?

  10. Vielen Dank für diesen Artikel, Zuckermonster. Super interessant.

    Und dein Diskussion mit Hauke finde ich auch sehr interessant.
    Nur als kleiner Exkurs:
    Zum Thema Insulin (und auch Fleisch und Insulin) empfehle ich das im Februar 2016 erschienende Buch „The Obesity Code“ von Jason Fung. Nephrologe in den USA. Die neuesten Studien zeigen ganz deutlich, dass tierisches Protein sehr stark mit Insulinausschüttung –> Insulinresitenz–> Fettzunahme in Verbindung steht. Fisch scheinbar noch stärker.

    1. Animal Protein, einfache Kohlenhydrate und hoher Colesterol-Spiegel (Schlaf, Stress) führen zu erhöhtem Insulinausstoss … 2. Fruktose (vor allem künstliche) wird direkt in der Leber gespeichert (Fettleber) und verursacht direkt die Insulinresistenz, lässt auch tückischerweise den Blutzuckerspiegel nicht stark anheben (deswegen auch auf dieser komischen Glykämischer-Index-Liste mit geringen Werten angegeben). Das alles führt zu Fettleibigkeit. 3. Essig und Ballaststoffe sind die einzigen Schutzmaßnahmen für erhöhten Insulinausstoss.

    (Der Autor ist weder Veganer, noch empfiehlt er irgendwelche Mittel der Pharmaindustrie oder wird finaziell gesponsort. Er präsentiert lediglich Fakten seiner jahrzehntelangen Arbeit in der Diabetologie, Nieren – und Stoffwechselforschung.)

    Liebe Grüße an alle

    • Danke für den Tipp! Das Buch steht schon auf meiner Liste, aber davor sammeln sich noch ein paar andere.

      Ich find die derzeitige Lage etwas verwirrend, da es aus verschiedenen Richtung so große Erfolge zu berichten gibt. High Carb/Low Fat genauso wie Low Carb/High Fat.
      Tierisches Protein soll auf der einen Seite karzinogen sein, auf der anderen Seite wird es als sehr gesund angesehen. Das ist alles sehr kompliziert! Ich bin mir bei den Dingen, die nicht funktionieren, sicherer: zu wenig Gemüse, zu viele isolierte Kohlenhydrate (z.B. weißes Mehl und Zucker) und dazu noch fettarm. Das Ergebnis kennen wir heute nur zu gut.

      Alles weitere wird die Zukunft zeigen und ich bin sehr gespannt darauf!
      (Das ist übrigens auch der Grund, warum ich keine spezielle Ernährungsform empfehlen möchte. Ich habe zwar selber eine gewählt, aber in der derzeitigen Situation denke ich, dass das jeder für sich selber heraus finden muss.)

      Dass man mit Essig den Nüchtern-Blutzuckerspiegel senken kann, hab ich auch vor einer Weile erfahren. Das ist ebenfalls sehr interessant!

      • wenn man ganz objektiv nicht industriell gesponsorte studien und infos im netz folgt, dann gibt es für den verzehr von tierischem protein kaum gründe. lediglich, dass es länger satt macht. aus gesundheitlicher sicht gibt es zumindest für fleisch von tieren mit höherer körpertemperatur als die des menschen keine gründe, diese zu essen. (alles ausser fisch). die nachteile überwiegen klar die wenigen, scheinbaren vorteile.

        gerne auch empfohlene bücher von dir 😉

        • Und tierische Fette? Die werden ja ganz anders diskutiert.

          • Das ist natürlich eine berechtigte Frage.

            Das Thema war schon heikel, bevor es um die große Kontroverse Fleisch vs. Pflanzen ging.

            Seit 1965 wissen wir, dass gesättigte Fette das schlechte LDL-Cholesterin anheben. Egal ob tierische oder pflanzliche gesättigte Fette. Das führt bewiesenermassen zu kardiovaskulären Krankheiten.

            Im Prinzip gibt es in Studien, zur Ernährung generell und auch separat für Fette, drei grosse Hauptarten:

            1) Die „controlled feeding experiments“
            2) Die „free living dietary change experiments“
            3) Die „cross sectional observation studies“ (Querschnittsannahmen)

            In den ersten zwei Studienarten findet man IMMER eine klare und starke Beziehung zwischen Zugabe von gesättigten Fetten und Anstieg von LDL Cholesterin. Bei der dritten Studienart findet man keinen Zusammenhang, weil dort nur beobachtet wird und die Verschiedenheit der Individuen nicht berücksichtigt wird. Diese Studien werden meistens von der Industrie benutzt. Jede wichtige medizinische Autorität bestätigt jedoch den Zusammenhang von gesättigten Fetten (tierisch oder pflanzlich) und Cholesterin bzw. Schädlichkeit für unsere Körper.

            Gesättigte Fette sind bei Zimmertemperatur fest, ungesättigte flüssig. (als Eselsbrücke). Ausser Kokosfett und Margarine sind die meisten gesättigten Fette in unserer Küche tierischen Ursprungs und somit schädlich. Was vor allem das Fleisch betrifft.

            Beim Fisch sprechen wir über die wichtigen Omega 3 Fettsäuren, die ja bekanntlich vor kardiovaskulären Krankheiten schützen sollen. Viele Studien deuten darauf hin, dass das vielleicht gar nicht stimmt. Nichtsdestotrotz sind Omega 3 Fette für unser Gehirnfunktionalität unerlässlich und wichtig.

            Durch die ganzen Verschmutzungen, Vor-und Nachteile, auch für industriell hergestellte pflanzliche Öle, würde ich bezüglich Fette jedem empfehlen, auch hier Fleisch zu meiden, Butter nur in Maßen und pflanzliches Öl nur in natürlicher Form zu essen (Samen, Kerne, Nüsse, Avocado, Oliven, Algen). Bio-Fisch selten essen, Margarine wegschmeissen (das ist das Schlimmste), Kokosfett auch nicht empfehlenswert.

            Die Lebensmittelindustrie braucht niemanden zu überzeugen, sondern lediglich verwirren, um ihre Interessen durchzusetzen (genau wie die Tabakindustrie – „Doubt Is Our Product). Das sieht man, so find ich, beim Thema Fette sehr deutlich.

            Widersprüchliche Nachrichten beim Thema Ernährung generell führen doch dazu, dass der Verbraucher am Ende frustriert und verwirrt ist und schließlich sagt: Fuck it, ich esse jetzt, was ich will.
            Leider ist das genau der Grund, warum wir im Prinzip draussen nur Müll und ungesunde Dinge angeboten bekommen.

          • Danke für die ausführliche Antwort!

            Ich hab das auch alles ganz genauso gelernt und gelesen. – Das Problem ist nur, dass ich auch mindestens ebenso viel über das Gegenteil gelesen hab.

            Es gibt Studien, die zeigen, dass bei fettarmer Ernährung der LDL-Wert steigt und dann wiederum andere, die sagen, dass er zwar durch gesättigte Fettsäuren ansteigt, aber nur dann, wenn gleichzeitig zu wenige ungesättigte Fettsäuren konsumiert werden. Im Bereich der „Functional Medicine“ spielen Fette im Zusammenhang mit der Hormonproduktion/-gleichgewicht eine große Rolle. Und seltsamerweise können viele Ernährungsberater gerade mit einer fettreichen (nicht unbedingt tierische) Ernährungsform große gesundheitliche Veränderungen bei ihren Patienten erreichen. Fett-Befürworter unterscheiden allerdings meist nicht in gesättigte und ungesättigte Fette, sondern eher in naturbelassene und veränderte Fette – in gute und schlechte Fette. Omega-3 spielt hier auch einen große Rolle um angebliche Entzündungsherde im Körper zu minimieren.

            Das alles bringt mich zum nachdenken, ich kann es nicht einfach ignorieren.

            Es scheint mehrere Methoden zu geben, um den Körper gesund zu halten. Das Feld ist groß und wir haben vermutlich erst einen Bruchteil der Reaktionen im Körper verstanden. Deshalb finde ich es aber auch so spannend!

  11. Hallo,

    Ich war heute im Biomarkt und habe Spaghetti aus Edamame (80%) und Mungbohnen gekauft. Zugesetzt werden nur noch Salz und Wasser laut Angaben. Dennoch steht jetzt in der Nährwerttabelle 16g Kohlenhydrate und davon Zucker 14g.

    Stärkeverzuckerung? Wenn ja, wofür??? Die sollen ja nicht süß schmecken.

    LG

    • Hallo, ich hab auch welche zuhause und find sie sehr lecker, sie schmecken nicht süß. Meine enthalten 8.5 g Zucker, immer noch recht viel für Bohnen-Nudeln. Ich konnte leider noch nicht heraus finden, wie diese Nudeln produziert werden, deshalb ist es schwierig, das Produkt einzuschätzen. Ich vermute, dass es sich bei dem Zucker um Glucose handelt. Da die Nudeln auch eine Menge Ballaststoffe mitliefern, kann möglicherweise verhindert werden, dass der Zucker zu schnell ins Blut übergeben wird. Ich hab keine unangenehmen Blutzuckerspiegelschwankungen bemerkt, allerdings machen sie nicht so gut satt, wie z.B. Linsennudeln.

      Wenn ich mehr weiß, melde ich mich!

  12. Danke für diese Aufklärung. Ich hab mich auch schon immer gefragt ob ich zu blöd bin eine Hafermilch herzustellen die genau so gut schmeckt wie die gekaufte , wenn ich die gleichen Zutaten nehme. Jetzt weiß ich woran es liegt. Da hätte ich mich ja dusselig versuchen können u d hätte es nie geschafft.

    Würdest du verraten wie du deine Hafermilch herstellst😊

  13. Toller Artikel!
    Kannst du dein persönliches Rezept deiner Hafermilch mal posten?
    Liebe grüße

  14. Oh ich habs schon gefunden dein Rezept 🙂

  15. Was die gentechnisch veränderten Mikroorganismen angeht kann ich dich beruhigen. Es ist ein übliches Verfahren in der Biotechnologie/Enzymherstellung, dass man Bakterien Plasmide (DNA-Ringe) einschleust, auf denen die Informationen zur Herstellung der gewünschten Enzyme sind. So produzieren die Bakterien fleißig die ENzyme und die können nachher isoliert werden. Die Enzyme unterscheiden sich nicht von denen, die z.B. in deinem Magen/Darm vorkommen und von den gentechnisch veränderten Bakterien sieht deine Hafermilch nichts, weil das Enzym in gereinigter Form vorliegt 😉

  16. Super dein Hinweis! Ich finde frische Biohafermilch aus Österreich so 👌 weil auch ohne Gentechnik drauf steht. Gibt’s in Dtld. Bei Edeka. Aber ich habe seitdem zugenommen ohne meine Ernährung sonst zu ändern. Hat dann wahrscheinlich mit dem Zucker zu tun 😢 danke für das posten und lg Romy 🙋

  17. Eure Fragen habe ich interessiert gelesen.
    Es ist übrigens 19.30 Uhr am Freitag-Abend, 3. Juni, und ich bin noch am Arbeiten, weil ich noch viele Emails zu beantworten habe – das ist wahrscheinlich nicht ganz die Vorstellung, wie sich manche von einem “Industrie-Boss” machen… Ich bin übrigens 68 und war der erste, der in der Schweiz vor 35 Jahren eine Fleischalternative angeboten hat.
    Ich kann natürlich nur für uns sprechen, weil ich als Gründer und Leiter von Soyana seit 35 Jahren versuche, ehrlich und geradlinig den Menschen und der Erde zu dienen. Was also andere Firmen tun, das kann ich nicht sagen. Wir sind in dieser Liga eigentlich eine grosse Ausnahme, weil alle unsere “Mitanbieter” so rund 100 mal grössere Firmen sind als Soyana, die ein Familienbetrieb in Schlieren-Zürich in der Schweiz ist.
    Also, ich habe vor vielen Jahren einen Text zu diesem Thema auf unserer Website publiziert, weil mich das erstens selber interessiert hat und weil mich auch viele Leute dazu gefragt haben.
    Hier ist der Link zu der Stelle auf der Website von Soyana:
    http://www.soyana.ch/index.php/page/p98_ch_de_swiss-reis-cereal-drinks–ohne-zuckerzusatz-und-dennoch-suss.html
    Und hier ist der dort veröffentlichte Text:
    Swiss Reis & Cereal Drinks: Ohne Zuckerzusatz – und dennoch süss?

    Wie ist das möglich? Alle Swiss Reis- und Cereal Drinks werden mit natürlichen Enzymen so fermentiert, dass das von Soyana verwendete Vollwertgetreide aufgeschlossen wird und dem Menschen leichter zur Verfügung steht: Aus der Getreide-Stärke entstehen v.a. Maltodextrin und etwas süss schmeckende Glucose. Maltodextrin ist ein langkettiges Kohlenhydrat. Es schmeckt nur sehr schwach süss und wird nicht als Zucker taxiert. Diese Herstellungsweise bedeutet eine Wertsteigerung der Swiss Drinks, weil er den Körper mit Maltodextrin zusammen mit den natürlich vorhandenen B-Vitaminen und Mineralstoffen langsam aber anhaltend mit leicht verfügbarer Energie versorgt, was für Ausdauersportler wichtig und für alle Menschen wertvoll ist.
    ZITAT ENDE
    Nun kann ich dazu noch weiter ausführen:
    1. Soyana verwendet nur natürlich gewonnene Enzyme, die garantiert ohne jede Gentechnik hergestellt werden.

    2. Der enzymatische Vorgang, der bei der Herstellung aller Swiss Reis- und Cereal-Drinks verwendet wird – also auch beim Hafer-Drink von Soyana – ist völlig natürlich, weil der Körper genau dasselbe tut, wenn wir Reis oder Hafer oder ein anderes Getreide essen: Unser Organismus verwandelt die Stärke zu Zucker, damit v.a. unser Gehirn diesen verwenden kann.
    Unser Gehirn will wirklich möglichst reinen Einfachzucker, das musste ich als Vollkorn-Freak auch einmal erst akzeptieren…
    Also stellt ihn der Organismus aus allen möglichen Kohlenhydrat-Quellen her, die wir ihm mit unserer Ernährung geben.

    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es eine Spur besser wäre, ganzes Vollkorngetreide zu futtern statt sozusagen vorverdautes, flüssiges Getreide, weil man dann noch alle Cellulose im Organismus mit verarbeiten würde, die der Konsument aber als Belastung empfindet (echte Ballaststoffe), die der Darmgesundheit helfen.
    Aber Hand aufs Herz: Wer kaut gerne eine Stunde lang sein Ur-Mus aus eingeweichtem Vollgetreide, wie das die Ur-Schweizer noch getan haben?
    Da ist halt der schnelle Getreide-Drink schon ein Segen der Zivilisation. Und ich bleibe dabei: Das Resultat für unseren Organismus in Bezug auf physische Nährstoffe ist ziemlich ähnlich.
    Allerdings muss man sich bewusst bleiben, dass der moderne Getreide-Drink einen dazu verleitet, wesentlich mehr Getreide zu konsumieren, weil es sich als Getränk so leicht konsumiert. Dass man dann Pölsterchen anlegt, sollte man aufrichtigerweise nicht dem Getreidedrink ankreiden, sondern der menschlichen Schwäche gegenüber allem, was süss ist. Der Segen der Zivilisation ist hier also schon ein wohlschmeckendes Getränk statt ein mühsames Mus, aber es gehört zum weisen Umgang damit auch etwas mehr Vorsicht und bewusste Selbstbeherrschung – oder einfach viel Sport… Wenn Sie jeden Tag 20km laufen, wie das unsere Vorfahren getan haben, die unsere Körperfunktionen heute noch für Zehntausende von Jahren genetisch determinieren, haben Sie immer Hunger und setzen garantiert keine Pölsterchen an!

    Dank der vorgezogenen Verwandlung eines Teils der Stärke zu Maltodextrin und Zucker (was heute von den Ämtern alles als Zucker taxiert wird und was wirklich nicht vergleichbar ist mit “Zucker”, schon gar nicht mit dem viel gebrauchten Bild der Würfelzucker, was hier ein völlig falsches Bild zeichnet) schmeckt das Getreide-Getränk angenehm süss, während der Getreidebrei vor der Verdauung genau gleich viel Kalorien in der Form von Stärke enthält, aber eben nicht attraktiv schmeckt.

    3. Es gibt je nach Hersteller Unterschiede, die jeder Konsument für sich herausfinden kann, da die beschränkten Platzverhältnisse auf den Packungen viel zu wenig Möglichkeiten anbieten, auf Feinheiten und Unterschiede hinzuweisen. Zum Beispiel verwendet Soyana immer Vollgetreide, mit ganz wenigen Ausnahmen: Von den 25 verschiedenen Swiss Drink Milchalternativen sind nur zwei aus geschmacklichen Gründen nicht mit Vollgetreide gemacht, während es kaum Hersteller gibt, die z.B. wirklich Vollreis verwenden. Reismilch aus Reis ist eben aus geschältem Reis, und dieser wird merklich süsser. Dazu kommt, dass ma kaum beachtet, dass vielen Drinks Salz zugefügt wird, was einen dramatischen Geschmacksunterschied ergibt. Salz gibt unseren Geschmacksnerven einen viel volleren und runderen Eindruck, und zusammen mit der stärkeren Süsse des weissen Reises wirkt dann ein VollreisDrink ohne Salzzugabe wenig attraktiv, obwohl er vor allem mehr B-Vitamine und Mineralstoffe enthält.
    Das Soyana-Team hat die Salzzugabe in den meisten Fällen vermieden und bezahlt das damit, dass nur wenige Leute die gesundheitlichen Vorteile der Vollreis Swiss Drinks schätzen können, weil einfach nur der Geschmack zählt.

    3. Es gibt also definitiv Unterschiede zwischen verschiedenen Herstellern, und zwar in Bezug auf physisch-materielle Stoffe und in Bezug auf feinstoffliche Wirklichkeiten, die nicht weniger wichtig sind, wie jeder in meinem Buch “Die unsichtbare Kraft in Lebensmitteln” sehen kann. Es ist heute normal, dass dieser ganze unsichtbare Teil der Lebensmittel völlig vergessen wird. Wir sind meistens auf die rein materiellen Vorgänge und Funktionen in unserem Organismus beschränkt, aber in der ganzen Wirklichkeit spielen sich viel mehr interessante Prozesse im feinstofflichen Bereich ab, wo z.B. die Informationen in unser Leben übergehen.
    Welche Unterschiede kann man nun zwischen Getreidedrinks verschiedener Hersteller im subtilen, informationellen Bereich der Lebensenergie finden? Hier kann ich keine direkte Gegenüberstellung mit Fotos aus unserem LifevisionLab zeigen, weil ich mich in meinem Bauch gehütet habe, andere Hersteller mit einem solchen Vergleich blosszustellen. Aber wir können die Bilder der Lebenskraft der Swiss-Drinks von Soyana anschauen und damit die Bilder von Zucker vergleichen, weil ja hier oft der Hinweis gemacht wurde, dass Getreidedrinks sozusagen voller Zucker seien – und was das wieder für eine arglistige Täuschung der Industrie sei. Jetzt können wir diese Theorie auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. Was beobachten wir nun?

    Die folgenden Bilder stammen aus dem Buch “Die unsichtbar Kraft in Lebensmitteln, Bio und Nichtbio im Vergleich”:
    – Soyana Swiss BioDrink Hirse, S. 235
    – Soyana Swiss BioDrink Vollreis plus Calcium, S. 235
    – Soyana Swiss BioDrink Dinkel, S. 240
    – Weisser BioRohrzucker, S. 77
    – Weisser Nichtbio-Rohrzucker, S. 77
    http://bio-nichtbio.info/Zucker-Diskussion/Soyana-Swiss-Drinks-und-Zucker.htm

    Was teilt uns hier die universelle Sprache mit dem Einblick in die Welt der Ordnungskraft dieser Lebensmittel mit?
    Sie sehen es selbst: Die Vollgetreide-Drinks von Soyana sind alle von sehr schönen organischen und ausdrucksstarken Formen voller Lebenskraft gestaltet. Der Vollreisdrink enthält sogar 6-blättrige Blüten und damit den Höhepunkt des Lebens mit den in der Alchemie so genannten Blumen des Lebens. Dagegen zeigt der weisse Rohrzucker, obwohl er bio ist, viele rechtwinklige industrielle Muster und nur noch wenig Lebenskraft. Dass es noch viel schlimmer werden kann, zeigen die Bilder des weissen Nichtbio-Rohrzuckers.

    Damit steht fest, dass der Schluss auf Haferdrink als eine Art Zucker-Drink nicht stimmt und ein Trugschluss ist, zu dem die materielle Betrachtung der Nährwertanalyse verführt hat.
    Diese Bilder zeigen auch, dass zumindest die hier untersuchten Swiss Drinks von Soyana den KonsumentInnen Lebensmittel geben, die von grosser Lebenskraft erfüllt sind.
    Vielen Dank für die Gelegenheit, in diesem Forum einen kleinen Diskussionsbeitrag leisten zu können.
    A.W. Dänzer

    • Hallo,
      vielen Dank für die Hinweise aus der Lebenskraft-Richtung! Ich habe Hafermilch von Soyana noch nicht ausprobiert, vielleicht kann man ja den Unterschied spüren! (Soyananda gefällt mir übrigens ziemlich gut!)

      Aber auch, wenn das Produkt an sich besser sein sollte – und das glaube ich auch gerne – bleibt immer noch unser Hormonsystem, das auf einen hohen Glucose-Gehalt in einer Flüssigkeit ohne Ballaststoffe reagiert. Die Natur sieht so eine Form nicht vor. Zucker wird immer im Zusammenhang mit Faserstoffen geliefert. Sie hindern den Zucker daran, zu schnell ins Blut überzugehen. > Infos dazu liefert der Kinderarzt Mr. Lustig, Ph.D.

  18. Das nenn ich mal Luxusorobleme. Die Mehrheit der Weltbevölkerung wäre mehr als dankbar einen Löffel voll Zucker zu bekommen. Ein kleines bisschen mehr Gelassenheit täte uns in der westlichen welt mehr als gut. Ich habe 3 Jahre im Sudan gearbeitet…..und glaubt mir….alles relativiert sich. Und ja…zucker ist in Mengen ungesund

  19. Ich finde es witzig, dass Hafermilch Öl enthält, was für dich völlig ok zu sein scheint, Aber von Öl nimmt man nicht zu, nene, nur der böse Zucker macht das. Vielleicht hast du zugenommen weil du durch verarbeitete Pflanzenmilch mehr Kalorien zu dir nimmst, als wenn du selbstgemachte benutzt? Oder weil es an der Kombination von Fett & Kohlenhydraten liegt? Ich bin kein Öl-Feind, dennoch frage ich mich wieso das unbedingt in einem Getränk enthalten sein muss.

    • Hallo Cathy,
      ich bin kein Ölgegner. Ich weiß, dass Öl von einigen Vertretern sehr schlecht gemacht wird, aber ich unterscheide in industrielle und natürliche Fette. Olivenöl ist ein sehr altes, erfahrenes Lebensmittel und ich bin noch nicht von seiner Schädlichkeit überzeugt. Was ich aber auf jeden Fall vermeide, sind alle Arten von industriellen Fetten. Auf dieser Packung hatte ich nicht den Eindruck, dass es sich um so eins handelt, aber es kann schon sein, dass du Recht hast und es wurde ein raffiniertes Öl benutzt. – Wieder mal ein Grund, nicht auf Fertigprodukte reinzufallen, man kann es einfach nicht genau wissen.

      Aber da ich kein genereller Fett-Gegner, sondern nach meiner laaaaaangen Zeit mit fettarmer Ernährung heute ein großer Freund von „gesunden Fetten“ bin – weil sie mich satt machen und mir enorme Energie liefern – glaube ich nicht, dass die paar zusätzlich Gramm Fett aus der Milch zu einer Zunahme bei mir geführt haben. Das, was ich aber zu der Zeit überhaupt nicht gegessen hab, war Zucker. Zucker, Weißbrot und weiße Nudeln führen bei mir sofort zu etwas mehr Speck auf den Hüften.

  20. Hallo Alle,
    Samstag morgen. Etwas Zeit. Fertig gefrühstückt und im Kaffee (😬) die AlproMilch genossen. Ich lese dann: „…Inhaltsstoffe: Wasser, Zucker…“! 😳
    Also das Internet angeschmissen, ich werde seit März (der Umstieg vom Langzeitvegetarier zum Veganer) immer dicker! Weil ich mich immer mehr von veganen Fertigprodukten ernähre (wahrscheinlich psychologisch begründet)?!
    Ich will also weg von diesen Produkten, hin zu dem was ich selbst einigermaßen kontrollieren kann. So und nun sitze ich hier noch, will gleich einkaufen, aber bin wieder dermaßen verunsichert! Was soll ich denn essen. Was ist gut für mich? Wieviel brauche ich von was? … ich brauche eine Einkaufsliste. Ich finde Eure Diskussion und Euer Engagement hier toll!!! Nur es verunsichert mich weiter ;(

    Lieben Gruß

    Jens

    • Ja, das kann ich verstehen. Also hier erst mal ein Erste-Hilfe-Tipp für den anstehenden Einkauf:
      Wenn du gerne weiter Sojamilch trinken möchtest, dann kann ich dir eine aus dem Bioladen empfehlen. Dort gibt es Varianten, die nur aus Wasser, Soja und Meersalz gemacht sind. Oder nimm ungesüßte Mandelmilch. Am besten ist es natürlich, die Milch selber herzustellen (schmeckt wirklich viel besser), aber man muss sich ja nicht gleich überfordern.

      Bleib bei vollwertigen Nahrungsmitteln und lass die veganen Fertigprodukte links liegen (dies sind meistens sehr satrk verarbeitet und enthalten viele Dinge, die ich nicht mal aussprechen kann. Kein Wunder, dass da das Gewicht steigt). Setze besser auf nicht verarbeitete Lebensmittel und iss dich satt an Gemüse mit gesunden Fetten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Pseudogetreide.

      Viel Spaß beim Einkaufen!

  21. Hallo Zuckermonster!

    Beim stöbern für Info’s über Hafermilch bin ich auf deinen Artikel gestossen. Seit Wochen trink ich morgens einen halben Liter Bananen-Hafermilch. War immer wunderbar gesättigt bis mittags … dachte ich tu mir was gutes … jetzt ist mir alles klar (warum ich zugenommen hab) …
    Danke für die Aufklärung 😊

    • Ach, das hat bestimmt lecker geschmeckt! Erstaunlich, dass dich das so lange satt gemacht hat.
      Das Gewicht hat sich übrigens mit dem Weglassen der Milch wieder reguliert.

  22. Guten Morgen, dieser Einsatz von Enzymen um stärke zu spalten.. nennt man das nicht auch Fermentation.. würde zumindest passen wegen der chemischen Reaktionen… Zuckerbildung etc…
    Wenn das so ist , wär die Milch doch nicht so schlecht wie erwartet. Denn fermentierte Lebensmittel sind suuuuuuuper gesund..

    LG von Lilu, bitte schreib zurück

    • Wenn bei der Fermentierung Milchsäurebakterien entstehen, ist das in der Tat gesund, aber hier geht es um die Aufspaltung von Zuckern, die dadurch schneller ins Blut gelangen können und so zu einer erhöhten Insulinausschüttung führen.

  23. Viele verwenden ja Datteln, Agavendicksaft, etc. zur Süßung von Hafer- und Mandelmilch. Man sollte sich allerdings hierbei im Klaren sein, dass man, nur weil raffinierter Zucker vermieden wird, auf der sicheren Seite ist. Die Süße hat ihren Ursprung hier natürlich genauso in der Glukose, Fruktose, Maltose, etc. – das macht chemisch und im Bereich des Hosenbundes überhaupt keinen Unterschied.

    Und die „Gentechnik“ ist so ein weites und komplexes Feld, da lohnt es, sich jeweils etwas schlau zu machen und nicht immer gleich mit dem Schlagwort-Hammer drauf zu schlagen. Oft wird übersehen, dass letztlich praktisch jedes(!) Getreide, das wir verwenden, ein durch Züchtung genetisch verändertes Produkt ist.

  24. hey
    die enzyme werden genutzt um den keim vorgang des hafers kuenstlich zu erzeugen. hafer besitzt ein zuckergehalt von 4.2g wenn du selber hafermilch machen willst lass den hafer ca 24h quellen lassen vlt auch laenger halt so lange bis er keimt. so bekommst du die suesse in den hafer nur mit wasser und zeit. und weil inder industrie die zeit fehlt nehmen sie enzyme. der zucker steckt ganz natuerlich im hafer. mein freund is lebensmittel technologe und hat mir das erklaert.

    • Hallo Cris,
      ja, das mag stimmen. Leider ist es nur so, dass Zuckersüchtige auf den Zucker in dieser Form zu sehr triggert. Alle anderen reagieren auch nicht gesund auf die zuckrige Pflanzenmilch. Dafür muss ich allerdings ein bisschen ausholen:

      Wenn das Getreide noch ungekeimt ist, ist der Zucker in Form von Mehrfachzuckern im Korn enthalten. Die Aufspaltungsarbeit übernimmt unser Körper und so dauert es lange, bis einzelne Glucose-Moleküle ins Blut übergehen. Es passiert alles also schön langsam und so bleibt der Blutzuckerspiegel recht stabil. Völlig nach Plan und gesund.

      Wird nun das Korn angekeimt, sieht es etwas anders aus. Jetzt kann die freie Glucose sofort ans Blut weiter gegeben werden, viel schneller als der ursprüngliche Mehrfachzucker. Ein Glück liefert das gekeimte Korn genügend wasserlösliche und -unlösliche Ballaststoffe mit, die es dem Zucker schwieriger machen, auf der Stelle ins Blut zu gehen. Auch alles noch im Rahmen.

      Bei der Pflanzenmilch ist es anders. Hier ist der Mehrfachzucker schon in Einfachzucker aufgespalten UND die Ballaststoffe fehlen. Die Glucose hat also freie Fahrt direkt in die Blutbahn, mit hoher Geschwindigkeit. Das schockt die Bauchspeicheldrüse und bringt sie dazu, dass sie zu viel Insulin ausschüttet – mit den bekannten Folgen. Unser System kennt diese Art der Zuckerzufuhr nicht. Menschen haben so eine Reaktion früher nur sehr selten erfahren, zum Beispiel wenn sie Honig gegessen haben. In jedem anderen Fall kommt in der Natur Zucker immer nur mit Ballaststoffen vor.

      Ist das schlüssig für dich?

  25. Ohhh, vielen lieben Dank für deinen Beitrag. Das schockt mich jetzt etwas. Ich trinke zwar keine Hafermilch aber das Verfahren wird ja bestimmt auch in anderen Produkten angewandt. Gut zu wissen, hab davon noch nie gehört.

    Vielen lieben Dank.

    Thomas

  26. Hallo, gibt eigentlich chemische Analysen zum Haferdrink ?
    Gerade die genannten Zuckerarten sind ja nicht wirklich ideal, jedoch soll z.B. Isoglucose besonders negativ sein.

    Wäre interessiert daran worum es sich genau handelt.

    • Es handelt sich um Glucose in der Hafermilch.
      Isoglucose ist ein Gemisch aus freie Fructose und Glucose und kann deshalb noch etwas schneller als Saccharose (Haushaltszucker) verstoffwechselt werden.

  27. Moin!

    Mir erging es wie Dir!
    Ich lebe seit September zuckerfrei und mir geht es damit sehr, sehr gut. Am Freitag kaufte ich mir einige Packen Hafermilch und war von dem Geschmack, so süß, ohne das etwas ungutes auf der Zutatenliste steht, echt begeistert. Tja, aber mein Körper erzählte mir etwas anderes. Heißhunger, das ganze WE. Komisch dachte ich. Meine Haut wurde auch schlechter und mein Darm rumorte.
    Ich musste lächeln als ich Deinen Artikel heute morgen lesen durfte…
    Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna…
    Es ärgert mich ein wenig das man Zutatenlisten nicht vertrauen kann, aber es bestärkt mich auch das „selbst zubereiten“ und zuckerfrei leben wohl für mich der richtige Weg sind…

    LG Pue

    • Danke für die Rückmeldung! Ich freu mich, dass du mir das schreibst. – Über die Sache an sich freue ich mich natürlich nicht! 😉

  28. Hallo Ilka,

    vielen lieben Dank für deinen Bericht. Ich habe mir sogleich dein Rezept für die selbstgemachte Hafermilch notiert. Und die Eiswürfelidee ist jawohl Oberklasse! Das werde ich die Tage mal ausprobieren und auch wie sich das zu meinem morgendlichem Müsli mit frischen Obst macht.

  29. Pingback: 12 von 12 im März - Trippingtribe

  30. Hi! Danke, JETZT verstehe ich, warum mich mein geliebtes morgendliches Müsli aus Haferflocken, gekaufter Hafermilch (formal ohne Zucker), geriebenem Apfel, diversen Nüsse und Samen nur kurz satt macht und danach Heißhunger auslöst! Ich wusste das echt nicht und dachte: Hey, das ist ein Super -Frühstück und tue mir was gutes…in Zukunft mache ich die Milch selber. Viele Grüße! Monika

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