Zuckermonster

Hilfe für Zuckersüchtige.

Ist Zucker schlecht?

Wo liegt eigentlich das Problem beim Zucker?

Biochemie ist wirklich kompliziert und ich bin keine Experte auf dem Gebiet. Viele Reaktionen laufen parallel ab und die Wissenschaft entdeckt immer mehr Teilbereiche, die vom Zucker beeinflusst werden.

Bitte entschuldigt, dass es sich nachfolgend nicht um eine handfeste, wissenschaftliche Erläuterung handelt, sondern vielmehr um den Versuch ein paar dieser Reaktionen vereinfacht zu erklären. Dabei gehen Infos verloren, aber das Prinzip wird vielleicht schneller verstanden. Einige Infos stammen sogar aus der Naturmedizin und widersprechen dem derzeitigen wissenschaftlichen Stand. Ich finde es trotzdem interessant, sie mal genauer zu betrachten.

 

Fructose und Glukose
Ein erster Grund sind die relativ neuen Erkenntnisse bezüglich isolierter Fructose und Glukose. Saccharose (unser Haushaltszucker) wird im Körper in Fructose und Glukose aufgespalten und unterschiedlich verwertet. Die isolierte Glukose wird zügig ans Blut weiter gegeben und sorgt für einen schnellen Blutzuckerspiegelanstieg, auf den der Körper mit einer hohen Insulinausschüttung reagieren muss. Auf Dauer hat das gesundheitliche Schäden zu Folge. Fructose kann – im Gegensatz zu Glukose, die von jeder Zelle im Körper benötigt wird – nur in der Leber verstoffwechselt werden. Konsumiert man zu viel Fructose wird die Leber stark belastet. Auf Dauer kann sich – wie bei Alkoholikern – eine „Fettleber“ entwickeln. Und die Fettleber ist die derzeit häufigste chronische Lebererkrankung und ein Vorbote des sogenannten metabolischen Syndroms.

 

Vitalstoffmangel
Um mit Nahrungsmitteln ausreichend versorgt zu werden, sind die sogenannten Vitalstoffe* sehr wichtig. Sie sorgen dafür, dass unser Stoffwechsel funktioniert. Auch die einwandfreie Funktion unserer Muskeln, Gelenke, Organe und auch das Gehirn sind auf einen gute Versorgung mit Vitalstoffen angewiesen. Ein Mangel führt auf lange Sicht zu Beschwerden. Das sind anfänglich nur Symptome wie Müdigkeit und Konzentrationsschwächen, aber auf Dauer kann ein Vitalstoffmangel zu schweren Krankheiten führen.

Bei der Zuckerherstellung werden z.B. Rüben zerkocht und so lange verarbeitet, bis man feinen kristallinen Zucker erhält. Betrachtet man diese Herstellungsweise, kann man sich vorstellen, dass nicht mehr viel von der Rübe übrig bleibt. Alle Vitalstoffe der Rübe sind nicht mehr im Industriezucker enthalten. Der Zucker ist isoliert.

Wie der Zucker produziert wird und was genau von der Rübe übrig bleibt, kann man in diesem Video schön sehen. Am Ende wird auch gezeigt, wie wenig Zucker aus eine ganzen Ladung Rüben hergestellt wird. Da bleibt eine Menge Material auf der Strecke und leider fehlt uns dieser Anteil später.

Damit wir den isolierten Zucker verarbeiten können, benötigen wir Vitalstoffe. Nur leider liefert er in dieser isolierten Form keine mit. Also ist unser Stoffwechsel auf die Vitalstoffe, die wir im Körper angereichert haben, angewiesen. In diesem Fall sind es unter anderem die B-Vitamine. Essen wir Zucker, muss der Körper schnell seine Vitamin B Reserven zur Verfügung stellen, die ihm dann an anderer Stelle fehlen, z.B. bei der Verarbeitung der Kohlenhydraten. Zucker ist so gesehen ein Vitalstoffräuber, der es auch auf andere Stoffe, wie z.B. Biotin, Vitamin C, Kalzium, Chrom und Zink abgesehen hat.

Vitalstoffräuber sind aber nicht das ganze Problem, denn leider ist unsere derzeitige industriell geprägte Ernährungsweise zusätzlich sehr arm an Vitalstoffen. Ein schlecht versorgter Körper muss also, damit der Stoffwechsel funktionieren kann, seine wenigen Reserven zur Verfügung stellen, damit vitalstoffarme und -freie Lebensmittel verarbeitet werden können.

Jetzt könnte man ja denken: „Dann nehme ich doch einfach ein paar Pillen gegen den Mangel und dann ist der Zucker kein Problem mehr, oder?“ So einfach ist das leider nicht. Die Zusammenstellung der Pillen trifft nicht die perfekte Kombination von Vitalstoffen, die uns ein Gemüse bieten kann. Eine vollständige Frucht oder ein Gemüse bringt alle Stoffe mit, die der Stoffwechsel zu ihrer Verarbeitung benötigt. Wir sind seit ewigen Zeiten an diese Zusammensetzung gewöhnt und sie funktioniert so am besten für uns. Ausserdem können Pillen uns nicht die lebenden Bestandteile der Vitalstoffe liefern. Und meines Wissens weiß die Wissenschaft auch noch gar nicht so genau, wie viele Vitalstoffe es gibt und welche wir davon in welcher Kombination und Menge benötigen.

 

Übersäuerung
Zum anderen trägt Zucker zur Übersäuerung des Körpers bei und sorgt also dafür, dass das Säure-Basen-System aus dem Gleichgewicht kommt. Das alles bringt der Vitalstoffmangel mit sich. (In der Naturmedizin ist der Säure-Basen-Haushalt ein zentrales Thema.)

 

Darmflora und Candida
Ein viertes großes Thema ist unsere Darmflora. Sie wird stark von unserer Ernährung beeinflusst. Die Milliarden von Mikroorganismen reagieren auf unsere Nahrung. Zucker nährt nur einige Bakterien, fördert ihre Vermehrung und bringt dadurch das Gleichgewicht durcheinander. Die gesunde Darmfunktion steht aber direkt mit unserem Immunsystem in Verbindung und kann so zu Krankheitsanfälligkeit führen. Der Candida-Pilz ernährt sich übrigens auch von Zucker.
Ich finde, das hört sich alles in Allem nicht besonders gut an und hat mich nachdenklich gestimmt.

 

* Vitalstoff (1935 vom Chemiker Hans A. Schweigart eingeführt)
Sammelbegriff für chemisch uneinheitliche Stoffe, die wichtig für den Stoffwechsel sind, der Begriff hat sich aus diesem Grund in der Wissenschaft nicht durchgesetzt, dort wird ein Teil von Ihnen auch Mikronährstoffe genannt: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe) 

Definition der Internationale Gesellschaft für Nahrungs- und Vitalstoff-Forschung (IVG), 1957: „Vitalstoffe sind überwiegend als Biokatalysatoren in Zellen und Geweben bei Anwesenheit von Wasser, Sauerstoff und Kohlensäure (letztere bei Pflanzen) wirksame lebenswichtige Bestandteile. Dazu gehören nach bisherigen Feststellungen: Enzyme, Co-Enzyme, Vitamine, Hormone, exogen-essentielle Aminosäuren, exogen-essentielle Fettsäuren, Haupt- und Spurenelemente, Duft- und Geschmacksstoffe.“ (Jörg Melzer, Vollwerternährung. Diätetik, Naturheilkunde, Nationalsozialismus, sozialer Anspruch, Stuttgart 2003, S. 311)

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