Endlich zuckerfrei!

von Ilga Pohlmann

Hafermilch

| 19 Kommentare

Ich mag gerne Hafermilch und Nussmilche, aber die gekauften Varianten enthalten fast immer Zucker (oft Maltrodextrin) und manchmal auch andere E-Stoffe. Also mixe ich sie mir selber.

Das ist gar nicht so schwer, es dauert nur etwas länger als einen Tetrapack aufschneiden. (Weiter unten gibts noch einen tollen kleinen Aufbewahrungstipp.) Aber zuerst das Rezept, für alle, die gerne auch mal Hafermilch selber herstellen wollen:

Hafer-Sahne:

  • 100g Haferflocken oder noch besser: frisch gemahlener Hafer
  • 400ml Wasser
  • 1 EL pflanzliches Öl
  • eine Prise Meersalz

Den Hafer mit dem Wasser in einen Mixer geben und kräftig durchmixen. Das geht auch mit einem Pürierst in einem hohen Gefäß. Danach 5 Minuten stehen lassen. Die Masse wird jetzt etwas dicker.

Noch einmal durchmixen und langsam das Öl und das Salz dazu geben. Dann wieder eine Weile ruhen lassen und danach durch einen Nussmilchbeutel seien. Dafür legt ihr besser direkt Hand an und melkt den Beutel, sonst dauert das Durchlaufen wirklich zu lange.

Falls die Konsistenz zu dick ist, kann noch Wasser dazugefügt werden. Dann wird nach und nach Hafermilch daraus. Probiert aus, wie flüssig es euch am besten schmeckt.

Noch ein Tipp: Nussmilchbeutel sind meist etwas teurer und nur übers Internet zu erhalten. Es gibt aber bei DM im Waschmittelbereich einen Zweierpack Wäschesäcke für ca. € 2-3. Die funktionieren auch! Oder ihr nehmt einfach eine saubere Nylonstrumpfhose. Auch das habe ich ausprobiert und es klappte gut. Ich fand es nur etwas seltsam, mein Essen durch einen Socken zu drücken …

 

Da diese selbstgemachte Milch doch immer etwas Aufwand bedeutet, mache ich mir nicht jedes mal nur ein Glas, sondern stelle am liebsten gleich einen Liter her. Und dann passiert es mir doch ab und zu, dass die Milch im Kühlschrank verdirbt, weil ich sie nicht schnell genug aufgebraucht habe. Besonders mit Hafersahne/-milch passiert mir das, weil ich sie meist nur als Sahne-Ersatz beim Kochen zum andicken nutze, und dafür braucht man ja nicht so viel.

Ich kenne aber einen guten Trick, wie ich immer etwas frische Hafermilch im Haus haben kann: ich friere sie einfach ein, in Eiswürfelform!

Dafür fülle ich die frische Milch in einen Eiswürfelbehälter, lasse sie 2 Stunden frieren und packe dann die Hafermilch-Eiswürfel in einen Gefrierbeutel.

Ich bin ganz begeistert von dieser praktischen Idee!

Beim Kochen kann ich jetzt einfach 4-5 von den Eiswürfeln mit ins Essen werfen und bekommen dafür eine sehr cremige Sauce, ganz auf pflanzlicher Basis und natürlich auch ohne Zucker und ohne andere Zusatzstoffe.

 

23.06.2015: Ich hab hier etwas zu Fertig-Hafermilch geschrieben und warum auch zuckerfreie Getreidemilch Zucker enthält und was das ganze mit Enzymen zu tun hat.

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19 Kommentare

  1. hallo und herzlichen dank für deine tolle seite mit so vielen wertvollen infos!
    ich trinke sehr gern hafermilch und finde natürlich auch nicht gut, dass die gekaufte (die mir leider deutlich besser schmeckt als die selbstgemachte) quasi eine ‘trickmilch’ ist. ich habe keine gewichtsprobleme, mag aber auch nicht beschummelt werden. also habe ich versucht, die hafermilch selber zu machen: 80 g haferkörner (vorher 12 std. lang eingeweicht), 1 liter wasser und beides gut gemixt. durch einen nussmilchbeutel gegeben, ausgequetscht und gefreut. denn erst mal sieht das ganze richtig gut aus! den geschmackstest habe ich auch überstanden, obwohl das schon was anderes ist als die gekaufte version.
    aaaaaaber dann: ich mache mir aus der hafermilch (der gekauften) immer heißen kakao, indem ich die ‘milch’ erhitze und etwas puren kakao und kokosöl zugebe. das liebe ich! mit der selfmade-variante ist das total misslungen 🙁
    beim erhitzen ist das ganze ziemlich dick geworden – vermutlich von der stärke – so dass es einfach nicht trinkbar war. das passiert mir mit der gekauften nie.
    also ist definitiv zu viel von der stärke in meiner hafermilch – was erstens für kakao nicht geht und zweitens ja der gesunheit nicht wirklich gut tut (jedenfalls finde ich das).
    kann ich das ändern? gibt es eine möglichkeit, die stärke zu reduzieren?
    ich möchte sie so gerne selber machen – um kosten zu sparen und um dieser enzymgeschichte zu entkommen. aber der test ist echt in die hose gegangen … 🙁

    viele liebe grüße,
    kati

    • Hallo,
      ja, das stimmt. Die Milch dickt beim erhitzen an. Beim Kochen ist das sehr praktisch, aber ich gebe dir recht: für Kakao ist das nicht toll!

      Es gibt viele Arten Hafermilch zu machen, kalt oder gekocht.
      Eine Idee: Öl als Emulgator dazu zu geben.
      Ich hab es ausprobiert: 5 EL grobe Hafelflocke, 500 ml Wasser, 1 EL Öl (z.B. Kokosöl) und etwas Salz gut gemixt, durch ein feines Sieb gegeben, nur warm gemacht und darauf geachtet, dass es nicht kocht. Das Ergebnis war so etwas wie cremiger Pudding mit Hafergeschmack. – Ich werde noch etwas weiter suchen, aber ich vermute, da liegt die Grenze für selbstgemachte Hafermilch.

      Für Kakao nehme ich selbstgemachte Mandelmilch, die schmeckt himmlisch, ist aber leider auch deutlich teurer als Hafermilch. Die gekaufte ist zwar ohne Zucker, schmeckt aber etwas staubig und kommt nicht an die eigene heran.

  2. Das ist die Idee. Auch bei uns verdirbt die Hafersahne ab und zu, weil wir eine größere Menge herstellen und dann nicht schnell genug aufbrauchen.
    Die Hafermilch verbraucht sich glücklicherweise schneller und ist mir bisher nur einmal “umgekippt”.
    Vielen Dank für Deine Eiswürfelidee und den Artikel über den Zucker in der fertigen Hafermilch.
    Danke!

  3. Kann ich denn mit dem Rest der Haferflocken noch etwas machen?
    Zum Beispiel in deinem Flohsamenrezept mit verarbeiten?

  4. Hallo,
    Oh man – meine Kids (1 und 3 Jahre) essen schon über einen ganz langen Zeitraum immer Müsli mit der gekauften Milch. Dabei wollte ich sie doch zuckerfrei bzw die große mitlerweile zuckerarm ernähren….
    Wie viel Wasser gibst du denn für die Hafermilch dazu?
    Klappt das auch gut und genau nach dem gleichen Prinzip mit Dinkel, damit man mal anderer Nährstoffe hat?
    Danke und Grüße aus Hannover

    • Bisher hab ich es nur mit Hafer probiert. Man kann sie dick mixen und als (Koch-)Sahne nutzen und dann langsam soweit verdünnen, bis sie passt.

  5. Danke für den Artikel, ich bin leider auch auf die Zuckerfalle in Bezug auf Hafermilch reingefallen 🙁

    Da ich mich zum großen Teil ohne Gluten ernähre wäre die selbstgemachte Hafermilch für mich eher nichts. Hast du vielleicht ein Rezept wie man andere vegane Milch einfach selbst herstellen kann?

    • Aber Hafer gibt es doch glutenfrei.

      Ja, ich hab ein Rezept für Mandel-Kokosmilch auf dem Blog. Für Mandelmilch einfach die Kokosflocken weglassen.

  6. Hallo,
    Danke für die tollen Tipps!
    Warum muss Getreide- und Nussmilch immer abgeseilt werden? Nur wegen des absetztens der Flugstoffe im Glas? LG

  7. Vielen Dank für das Rezept, ich habs mit ein bisschen Kokosöl ausprobiert und bin begeistert 🙂 Was ich dich fragen wollte: Wie könnte ich herausfinden, wie viele Kohlenhydrate in etwa in dieser Milch enthalten sind – also wieviele von den Hafer-Carbs noch drin sind? Danke und alles Liebe

    • Ich ermittele diese Werte nie, deshalb weiß ich es leider nicht. Aber es gibt bestimmt Infos aus LowCarb-Seiten.

  8. Danke für diese Info- betrifft es auch Alnatura Produkte?
    Lieben Dank und viele Grüße von
    Anne Korona

  9. Huhu,
    kannst du einen guten Nussmilchbeutel empfehlen und wo man den herbekommt? Vielen Dank 🙂

  10. Hallo,

    verwendest du Vollkorn Haferflocken für die Milch oder die “zarte” Variante?

    Danke für den Hinweis bzgl. Zuckergehalt in solchen Produkten. Mir ist das auch aufgefallen und habe den Hersteller darauf angesprochen. Die (sehr zeitnahe) Rückmeldung beinhaltete ebenfalls die Erklärung, dass durch die Zugabe von Enzymen die im Getreide enthaltene Stärke zu Zucker (Maltose, Glukose und Maltodextrin) abgebaut wird.

    VG, Raju 🙂

    • Hallo! Ich habe beide Varianten ausprobiert, und beide funktionieren. Die zarten sind auch Vollkorn-Haferflocken, sie wurden aber vor dem Flocken geschrotet.

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