Endlich zuckerfrei!

von Ilga Pohlmann

Kombucha

| 5 Kommentare

Zuckerarm zu Leben hat sehr viele Vorteile.

Leider gibt aber auch ein paar kleine Nachteile. Für mich sind alle von ihnen mit dem sozialen Umfeld verbunden und haben mit den fehlenden Alternativen zu tun. Essengehen ist schwieriger, Feste sind etwas komplizierter und abends in der Kneipe sitzen, und ein zuckerfreies Getränk ausser Wasser zu bestellen, ist fast unmöglich. Bier und trockener Wein funktioniert zwar gut, aber ich habe nicht immer Appetit auf Alkohol.

Zucker in flüssiger Form bleibt ein No-Go für mich, da er so schnell ins Blut übergeht und eine sehr schnelle Insulinausschüttung provoziert, mit all den unangenehme Folgen für die Gesundheit und das Wohlbefinden.

Tee kann ich bestellen, aber ich habe nicht immer Lust auf etwas Heißes. Ausserdem wird man zum Sonderling, wenn zwischen Cocktails und Limos ein heißer Ingwer- oder Pfefferminztee auf dem Tisch steht. Anstoßen will dann keiner so recht mit mir.

Schon lange habe ich mir eine Alternative gewünscht: Eine gesunde Limonade aus der Flasche! Und jetzt ist sie da! Fairment verkauft leckeren Kombucha* in schönen 0.33-Liter-Flaschen. In Berlin, Düsseldorf und München kann man sie schon im Laden kaufen, alle anderen können bisher nur 1-Liter-Flaschen im Netz bestellen. Ich hoffe, dass Hannover auch bald beliefert wird.

* [kɔmˈbuːxa] od. [kɔmˈbuːtʃa]

Aber lasst uns zuerst klären, was Kombucha überhaupt ist:

Fragen wir die Wikipedia:

Kombucha ist ein Gärgetränk, das durch Fermentierung gesüßten Tees, z. B. Grünen Tees, mit dem sogenannten Kombucha-Pilz oder Teepilz hergestellt wird. Durch alkoholische Gärung baut der Kombucha-Pilz den Zucker zu Kohlenstoffdioxid und Ethanol ab. Der Alkoholgehalt variiert dabei zwischen 0,5 und 2 %. Der Kombucha-Pilz ist allerdings kein eigenständiger Pilz, sondern eine Symbiose verschiedener Hefen (einzellige Pilze) und Essigsäurebakterien. (Quelle)

Dieses fermentierte Getränk ist bereits seit weit über 2.000 Jahre in Asien bekannt und wird dort auch als Heilmittel genutzt. Es enthält eine Vielzahl an Vitaminen (sogar B12), Mineralstoffen, Enzymen, Antioxidantien, organischer Säuren und Spurenelementen.

Kombucha wird nachgesagt, dass er das Immunsystem stärkt, die Darmflora positiv beeinflusst und sogar der Leber beim Entgiften hilft (genial für Zuckersüchtige, die oft eine geplagte Leber haben). Hier gibt es dazu viele Informationen.

Wie schmeckt Kombucha?

Kombucha hat einen sehr frischen, etwas sauren Geschmack und er britzelt auf der Zunge. Ich vergleiche ich oft mit Cidre. Man kann ihn z.B. mit Früchten oder Ingwer nachreifen lassen und so seinen Geschmack noch verfeinern.

Kombucha sollte leben.

Kombucha ist schon länger auf dem Markt, aber bisher waren alle Varianten, die ich finden konnte, pasteurisiert und so büßt dieses Getränk viele positive Eigenschaften ein. Kombucha lebt, er verändert sich jeden Tag, und genau das bringt die Qualität. Erhitz man ihn, stirbt er (oje!) und verliert enorm. Fairment wagt seit einer Weile den Versuch, unfermentierten Kombucha in Flaschen zu etablieren und verkauft sogar Sets zum Selbstbrauen.

Bis ich dieses wundervolle Getränk auch hier im Laden kaufen kann, hab ich mich entschieden, es selbst herzustellen. Es funktioniert wunderbar, und jetzt nehme ich ab und zu ein kleines Fläschchen mit ins Restaurant und verfeiner’ mir dort meine Wasser-Bestellung. Kombucha schmeckt nämlich auch als Schorle sehr, sehr gut. Meinetwegen darf die Biergartensaison starten, ich bin wunderbar vorbereitet!

Wie wird Kombucha hergestellt?

Hier und hier gibt es eine genaue Anleitung. Ich zeig’ euch, wie einfach es mit dem Set von Fairment geht. Sie haben an alles gedacht, und man kann direkt loslegen!

Eins vorweg: Kombucha lebt vom Zucker. Perfekt für die Restzucker-Verwertung!

Für mich war der Einsatz von einer großen Menge Zucker erst sehr seltsam. Ich habe zwei Liter Tee angesetzt und musste dafür 8 EL Zucker als Kombucha-Futter einplanen.

Damit das fertige Getränk möglichst wenig Zucker enthält, sollte der Kombucha am besten 10 Tage oder länger fermentieren. Der noch verbleibende Zucker (unter 1%) wird im Körper gut durch die anderen Inhaltsstoffe abgepuffert. So bleibt der Blutzuckerspiegel stabil. Wird er in der langen Brauzeit zu sauer, kann er sehr gut mit diesem besonderen Stevia direkt vor dem Trinken nachgesüßt werden. Der Geschmack harmoniert wunderbar. (Abhängig von der Temperatur ist der Zucker nach 20 Tagen komplett abgebaut und man hat Essig im Glas. Verdünnt mit Wasser und etwas Stevia ist auch das lecker.)

Das Set von Fairment enthält (bzw. ihr benötigt zum Brauen):

  • Einen Scoby (symbiotic culture of bacteria and yeast), der Kombucha-Pilz
  • Starter-Flüssigkeit (Kombucha-Getränk)
  • Ein Gärgefäß, am besten aus Glas
  • Zubehör wie Teesieb, Trichter, Sieb
  • Bio-Zucker
  • Bio-Tee
  • Ein Rezept, Tipps und eine Anleitung

 

Jetzt kann es losgehen. Erst einmal muss der Tee gekocht werden. Ich habe 2 Liter Wasser aufgekocht und den Tee darin ca. 8 Minuten ziehen lassen und dann den Zucker eingerührt.

Danach muss man leider erst einmal warten, bis der Tee auf ca. unter 25°C abgekühlt ist. Das hat mich etwas ungeduldig werden lassen.

Danach wird der Tee in den großen Glasbehälter gefüllt, und die Starterflüssigkeit dazu gegeben.

Anschließend wird der dicke Scoby in die Flüssigkeit gelassen und dann sollte man das Glas nicht luftdicht, aber fliegensicher verschließen. Fairment liefert ein süßes handgemachtes Stoffhäubchen für das Glas mit – wie zu Omas Zeiten. (Und obendrein ist es noch ein soziales Projekt!)

Das war’s! Ich hab einen schöne Platz hinter der Therme für das Glas gefunden. Hier ist es warm und der Kombucha kann in Ruhe fermentieren und wachsen. Ich plane 10 Tage für die Fermentation und stelle mich auf einen zweiten Pilz ein, der in der Zeit heranreifen soll.

Nach 3 Tagen schaue ich nach – und bekomme einen riesigen Schreck! Was ist das Ekliges? Schimmel?

Ich bleibe ruhig und frage die Suchmaschine. – Alles in Ordnung. Kombucha schimmelt höchste selten und sieht dann komplett anders aus. Das schleimige Ding, das ich im Glas habe, ist eher ein Qualitätsmerkmal. Na, sauber! Ich stelle das Glas zurück und versuche den Ekel in den nächsten Tagen zu verdrängen. 🙂

Siebe Tage später sieht alles nur noch halb so schlimm aus. Es hat sich sogar ein neuer Scoby gebildet, der sehr nach “Anfängerpilz” aussieht. Er ist ganz wellig und unförmig und klebt über dem alten Pilz. Aber es hat geklappt, und das in Flaschen abgefüllte Getränk sieht gut aus und riecht wunderbar.

Ich verfeinere eine Flasche mit ein paar Ingwerstücken, verschließe sie gut und lasse sie noch 2 Tage im Warmen stehen. Danach kommen die Flaschen in den Kühlschrank und warten dort auf ihren Einsatz.

Fertig ist das leckere Getränk, dass jetzt sogar etwas Kohlensäure enthält.

Ich trinke gerne morgens ein Gläschen davon, oder am Abend, falls ein bisschen Lust auf Süßes aufkommen sollte. Ich trinke ihn langsam und mit Genuss – wie ein Feierabend-Bier. Kombucha wirkt Wunder: keine Knabber- oder Naschlust mehr.

 

Noch zur Info:

Kombucha gelingt am besten mit melassehaltigem Rohrohrzucker, kann aber sogar mit Reissirup (und hier) gebraut werden, um eine fructosefreie Variante zu erhalten. Kombucha enthält geringe Mengen an Alkohol, aber auch daran kann man etwas ändern.

Ich habe das Brauset vor Fairment  geschenkt bekommen, hätte es aber hier auch beworben, wenn ich es gekauft hätte. Ich bin überzeugt vom Produkt und Unternehmen und möchte hiermit die Verbreitung von rohem Kombucha fördern. Das ist reine Eigennützigkeit! 🙂

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5 Kommentare

  1. Hey Ilga,

    du wolltest uns (der aktuellen Zuckentzuggruppe) noch einen Gutschein-Code senden für den Rabatt bei Ferment…
    VG Manja

  2. Hallo Ilga,
    was hast du denn nun mit dem Pilz gemacht? Muss der immer wieder neu bestellt werden, oder kann der”neu gewachsene” Pilz weiter genutzt werden.Eine Flasche davon ist ja nicht gerade viel.
    V.G.Gudrun Luther

  3. Hallo Ilga,

    aber da ist doch nun auch eine Menge Zucker drin, das wolltest du doch vermeiden, wie du oben schreibst …

    • Durch diese Art der Fermentation wird der Zucker weitestgehend “aufgegessen”. Deshalb lasse ich den Kombucha auch sehr lange fermentieren, damit nur noch sehr wenig Restzucker enthalten ist. Dann überwiegt die positive Wirkung.

  4. ich trinke kombucha schon 11jahreund habe ihn schon mit diversem fruechten angesetzt lecker

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