Endlich zuckerfrei!

von Ilga Pohlmann

Milchreis, vollwertig und trotzdem lecker

| 5 Kommentare

Ich war immer ein großer Milchreis-Fan. Überhaupt bin ich einer der Menschen, der gerne „breiige“ Dinge isst, aber das ist ja nicht Jedermanns Sache.

Bei Milchreis denke ich an eine dicke Schicht Zucker und Zimt oben auf dem Reis. Ich denke an übergekochte Milch und dickflüssigen Himbeersirup aus der Flasche, an Pflaumenkompott und den großen blauen Zuckerstreuer. Und dann sitze ich sofort wieder in der Küche meiner Oma. Die Schule ist aus und ich habe eine große Portion dampfenden Reis vor mir stehen. Mein Opa hat nur ein kleines Schälchen als Nachtisch. Er mochte Brei eben nicht so besonders gern.

Verrückt, wie bestimmt Speisen ein komplettes Lebensgefühl konservieren können. Und vielleicht ist es auch genau das, was mich so gerne an Milchreis denken lässt: zurück in die geborgene Kindheit.

Mochi-Reis

Heute ist der klassische Milchreis keine Option mehr für mich. Polierter weißer Reis verträgt sich nicht gut mit einer Zuckersucht, und auch danach (ich fühle mich nicht mehr süchtig) wäre es nicht die beste Idee. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich vor Jahren den Mochi-Reis entdeckt habe: ein süßer Vollkornreis, der Milchreis gut nachahmen kann. Und da ich Kuhmilch nicht vertrage, hab ich es mit Kokosmilch probiert. Anders, aber auch gut!

Mochi heißen eigentlich kleine japanische Reiskuchen, die man mit diesem Reis herstellt. Laut Wikipedia sind die gar nicht so ungefährlich: „Wegen ihrer Klebrigkeit und der Tradition, möglichst viele Mochis zur Feier des neuen Jahres zu essen, kommt es jedes Jahr zu Todesfällen durch Ersticken, was von japanischen Zeitungen in Form von „Neujahrs-Todesstatistiken“ berichtet“

Mochi-Reis gehört zu den Klebreis-Sorten, und deshalb macht er als Milchreis auch so eine gute Figur. Der Reis hat noch alles, was ein Reiskorn zum keimen und leben braucht und das kommt auch uns zu Gute. Vor allem bringt er deutlich mehr Ballaststoffe und einen höheren Anteil an Fett mit sich. Er sättigt also auch noch gut.

In der Tabelle habe ich den Mochi-Reis mit einem üblichen Milchreis verglichen.

Vergleich Mochi-Reis | Milchreis

Energie: 354 kcal | 349 kcal
Fett: 3,3g | 0,8g
Kohlenhydrate: 73,1g | 77,5g
davon Zucker: 2,0g | 0,7g
Ballaststoffe: 3,4g | 1,4g
Eiweiß: 6,1g | 7,2g
Salz: 0,01g | 0,04g

(Nährwerte pro 100g)

Der höhere Anteil an Zucker ist auffällig, aber da er sich zum Teil in der Schale, also in den Ballaststoffen befindet, müssen unsere kleinen Darmhelfer länger arbeiten, bis sie den Zucker erreichen. In dieser Zeit wird der Nahrungsbrei im Darm weiter geschoben und so erreicht der verpackte Zucker den Dickdarm. Hier haben wir erst einmal nichts mehr mit dem Zucker zu tun, denn ab hier ist er Futter für die Darmbakterien. Er gelangt nicht mehr in unseren Blutkreislauf, sondern er versorgt die guten Darmbakterien und fördert so einen gesunde Darmflora, von der wir wiederum profitieren.

Die oben gezeigte Nährstofftabelle verrät leider nur die Werte der Makronährstoffe, und nicht die Anzahl an Mikronährstoffen, die in Vollkornprodukten höher ist, als in isolierten Kohlenhydraten. Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente sind wichtig in einer gesunden Ernährung und schützen Zuckersüchtige vor einem neuen Zuckerjieper.

Aber zurück zum Rezept:

Mochi-Milchreis

  • 1 Tasse Mochi-Reis
  • 2-3 Tassen Flüssigkeit:
    Milch, Pflanzenmilch, ich bevorzuge eine Wasser-Kokosmilch-Mischung,
    nur Wasser geht natürlich auch
  • etwas Salz
  • und Zutaten für die Verfeinerung:
    Vanille, Zimt, Kardamom, Zitrone, Anis, Sternanis, etc.
    man kann sie aber auch nach dem Kochen zugeben
  • zum drübergeben: Kokosmus (hmmmmmmm!), Nüsse, Obst

Den Reis in Wasser einweichen und über Nacht stehen lassen, damit er „aktiviert“ wird. Ziel ist es hierbei die Phytinsäure zu neutralisieren, damit unser Körper alle Nährstoffe besser aufnehmen kann, die sonst an das Phytin gebunden werden. Am nächsten Tag sollte der Reis gut gewaschen, und so lange gespült werden, bis das Wasser klar bleibt. –Reis sollte man eigentlich immer gründlich waschen, bevor der gekocht wird. Und auch das Einweichen scheint immer sinnvoller zu werden, spätestens seit den letzten Hinweisen auf den Arsengehalt in Reis.

Wenn der Reis auf diese Weise vorbereitet wurde, muss er eigentlich nur noch mit der Flüssigkeit und dem Salz kurz aufgekocht werden. Danach reicht es, wenn er ca. 45 Minuten ohne umrühren auf kleiner Flamme köchelt. Wenn noch etwas Flüssigkeit übrig geblieben ist, kann sie am Schluss einfach untergerührt werden. Am besten lässt man den Reis dann noch ein paar Minuten ruhen. Der „Milchreis“ ist dann fertig.

In der TCM (Traditionell Chinesische Medizin) wird dieser Reis oft als Frühstück empfohlen. Man kann mit ihm ein wunderbares Gericht herstellen, in dem man den – auch nur mit Wasser gekochten Reis – mit ein paar Früchten und den oben genannten Gewürzen in einer Pfanne dünstet und zum Schluss noch ein Ei unterrührt. Es duftet und schmeckt sehr lecker und … es ist sehr breiig. 🙂

Guten Appetit!

 

 

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5 Kommentare

  1. Klingt eigentlich sehr lecker. Das nach „eigentlich“ unvermeidliche ABER: Ich liebe Vollkorn -Brot, – Kekse, -Brei, -Pfannkuchen/Crêpes … ABER ich hasse (echt ????) Vollkornreis. Dieses spelzig-sperrige Kaugefühl, einfach schlimm ???? garnicht meins. Wenn ich jetzt diesen Reis kaufe, ist vermutlich auch nicht ganz so günstig, schmeiß ich den Rest nach dem 1. Testessen in die Tonne??? Oder schmeckt er völlig anders als der „normale“ Vollkornreis? In den üblichen Milchreis könnte ich ???? ???? – den liebe ich total.

    Lg Tina

    • Hi! Der Reis schmeckt anders als normaler Vollkornreis, aber man merkt die Schale trotzdem. Schweirig einzuschäzten, ob du Mochi mögen würdest … Kann schon sein, dass dir die Konsistenz nicht behagen wird.

  2. Liebe Ilga,

    ganz lieben Dank für die tolle Information zu Mochi-Reis! Nachdem ich das hier gelesen habe war ich ganz neugierig und habe heute gleich mal Mochi-Milchreis gekocht. Obwohl ich etwas mehr als die Hälfte Kokosmilch genommen habe (der Rest Wasser) und dann sogar noch Kokosraspeln untergerührt, finde ich den Reis jetzt am Ende etwas bitter und so gar nicht süß. So mit (ungesüßtem) Apfelmus und großen Mengen an Zimt schmeckt er sehr gut, aber pur ist er echt etwas bitter. Mich verwirrt das, da ich Vollkornreis an sich nicht bitter finde.

    Liegt es vielleicht an der Marke? Ich habe den Reis von Davert verwendet (und auch irgendwo im Netz eine Bewertung gefunden die meinte, dass da viele grüne, unreife Körner drin wären und er deshalb nicht süß ist). Welche Marke verwendest du? Ich hab beschlossen die nächsten Tage mal Mochi-Reis aus dem Asia-Laden zu besorgen und es damit im Vergleich zu probieren.

    Herzliche Grüße und vielen Dank für deine Arbeit!
    Noa

    • Bei mir war der Reis noch nie bitter und ich habe nur wenige grüne Körner gesehen. Vielleicht hattest du Pech mit der Charge.
      Hast du den Reis vorher gut gewaschen oder eingeweicht?

  3. Danke für deine Antwort.
    Komisch… Ich hatte den Reis sowohl eingeweicht, als auch gewaschen (wobei ich da immer Probleme habe, da ich kein großes Sieb mit kleinen Löchern habe…). Ich werde einfach mal ein bisschen herum experimentieren – und vielleicht mal ein großes-kleinlöchriges Sieb kaufen 😉

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