Endlich zuckerfrei!

von Ilga Pohlmann

Raw Cheesecake – Roher Käsekuchen

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Was soll das denn sein? Roh? Und dann ist schon wieder Gemüse in einer süßen Sache? Ja, aber verstecktes Gemüse!

Mit gefällt es, wenn Gerichte einen großen Teil Gemüse enthalten. Da steckt die Power, Lebenskraft und Gesundheit drin. Und je größer der Gemüse-Anteil in der Ernährung ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass man die Sache mit dem Zucker in den Griff bekommt. Deshalb finde ich es um so cooler, wenn man Grünzeug in Gerichten versteckt, in denen man es nicht erwartet hätte. Und noch toller finde ich es, wenn man sogar beim Naschen noch einen Portion Gemüse bekommt.

Dieser rohe Käsekuchen ist eine Erfindung von Megan Gilmore (detoxinista.com) und er ist so gut, dass er längst in die Liste meiner regelmäßigen Gerichte aufgenommen wurde. Die Zutaten samt Herstellung erscheinen ein wenig seltsam, aber wenn man erst gekostet hat, werden die meisten überzeugt sein.

Die Herstellung ist fast schneller, als die von einem „normalen“ Käsekuchen – wenn man die längere Kühlzeit nicht mitberechnet. Der Kuchen muss nämlich am besten über Nacht ins Gefrierfach, das sollte man vorher bedenken.

Ungefähr eine halbe Stunde vor dem Essen sollte man den „Cheesecake“ aus dem Eisschrank genommen werden. Man kann ihn dann besser schneiden und er schmeckt halb gefroren auch besser. Die „Käse-Schicht“ wird durch das Auftauen extrem cremig. Komplett gefroren hat der Kuchen etwas von einer Eistorte, die sehr hart ist. Ein heißes Messer hilft beim aufteilen.

Den Kuchen komplett auftauen zu lassen funktioniert nicht. Dann entwickelt er sich wieder zurück zu der flüssigen Creme, wie bei der Herstellung.

Achso, und ihr solltet noch wissen, dass dies ein Rezept für einen kleinen Kuchen ist (Durchmesser ca. 12 cm). Rohkostkuchen sind meist sehr mächtig, und auch wenn dieser durch die Zucchini etwas leichter ist: man wird recht schnell satt.

Ein kleiner Tipp noch vorweg: Wenn ihr den Kuchen anbietet, erwähnt das Gemüse erst hinterher. Oder gar nicht.

Roher Cashew Käse-Kuchen

Für den Boden
  • 50g Pecan-Nüsse (Alternative: Walnüsse)
  • 1 EL Ahornsirup (Ich nehme weniger und meistens nur etwas Reis- oder Yaconsirup eventuell mit ein bisschen Stevia Instant vermischt)
  • 1 TL Vanille-Pulver
  • etwas Meer- oder Steinsalz (2-3 Prisen)
  • 0,5 EL Kokosöl
Für die Creme
  • 70g Zucchini, geschält und gewürfelt
  • 130g (rohes) Cashewmus* (Siehe Info weiter unten; Alternative: Mandelmus)
  • 2,5 EL frischer Zitronensaft
  • 2,5 EL roher Honig (ich nehme weniger und wähle eher eine Mischung aus Reis- oder Yaconsirup mit Stevia Instant oder Erythrit)
  • 2 Datteln
  • 0,5 TL Vanille-Pulver
  • 0,25 TL Meer- oder Steinsalz

Man benötigt eine Form mit einem ca. 12 cm großen Durchmesser. Der Kuchen wird sehr klein, aber er reicht trotzdem für 8 Stücke. Cashew-Kuchen ist sehr mächtig.

Die Pekan-/Walnüsse in einer Küchenmaschine hacken, bis sie krümelig sind. Dabei vorsichtig sein: wenn die Nüsse zu lange bearbeitet werden, tritt das Öl aus und die Kruste wird weniger keksig, dafür aber öliger, weicher und glänzender. Also wirklich nur so lange wie nötig hacken.

Dann den Rest der Zutaten dazu geben, und alles so lange weiter mixen, bis die Masse zusammen klebt. Den „Teig“ als Boden in eine Form geben. Ich lege meist etwas Frischhaltefolie unter, dann kann man den fertigen Kuchen besser aus der Form lösen.

   
Jetzt die Form ins Gefrierfach stellen und die Creme zubereiten.

Die Zucchini-Stücke in einem kleinen Mixer mit dem Zitronensaft pürieren. Die Süßungsmittel deiner Wahl, die Dattel, das Vanille-Pulver und das Salz dazu geben und untermischen. Zum Schluss das Cashew-Mus* dazu geben und zu einer glatten Creme verarbeiten.

 

Die Creme auf den kalten Kuchenboden gießen und überlegen, wie der Kuchen aussehen soll. Wenn er so bleiben soll: einfach ins Gefrierfach stellen und sich auf morgen freuen!

Ich bereite den Kuchen jedesmal etwas anders vor. Manchmal bleibt er pur, und manchmal gebe ich Früchte dazu. Eine andere Variante ist, den Kuchen mit einer frischen Fruchtsauce aus pürierter Banane mit Beerenfrüchten zu servieren, oder die Sauce als weitere Schicht oben auf den kalten angefrorenen Kuchen zu geben, und sie dann mit gefrieren zu lassen. (In dem Fall könnt ihr in die Fruchtsauce auch etwas vom Cashewmus geben.)

Hier kann man die Farbe der Creme mit rohem Cashew-Mus sehen.

Man kann vorher noch kleine Obststückchen oder Beeren in die Masse geben, aber sie sollten nicht zu groß sein, sonst tauen sie nicht schnell genug auf, wenn man den Kuchen serviert.

 

Dieser Kuchen wurde mit Cashew-Mus aus gerösteten Cashews hergestellt.

 

Raw ›Cheese‹ Cake. Perfect!

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*Cashew-Mus
Noch ein Wort zum Cashew-Mus. Der Kuchen ist nur wirklich roh, wenn man auch rohes Mus nutzt. Ich habe mittlerweile alle drei Sorten ausprobiert: Rohes, „normales“  (Cashews werden bei der Ernte normalerweise erhitzt) und Mus mit gerösteten Cashews.

Es gibt geschmackliche und visuelle Unterschiede:

Rohes Cashew-Mus: Es schmeckt süßer als das handelsübliche und etwas weniger nussig, deshalb kann man weniger Süßungsmittel nehmen. Die Farbe der Creme ist heller als bei den anderen Sorten und sieht deshalb realistischer nach „Käsekuchen“ aus

Normales Cashew-Mus: Der Kuchen schmeckt nussiger und die Creme ist etwas gelblicher, ein wenig in Richtung beige. Handelsübliche Cashews wurden immer erhitzt, damit die ungenießbare Haut, die die Nuss umgibt, besser abgelöst werden kann. Ohne die Erhitzung ist das eine sehr aufwändige Arbeit, bei sehr sich die Erntehelfer verletzen können, da die Schale ein toxisches Öl enthält, dass die Haut reizt und Schleimhäute sogar verätzen kann. – Ich verwende aus dem Grund meistens keine rohen Cashews.

Cashew-Mus aus gerösteten Cashews: Bei der Variante kommt der Nussgeschmack stark durch, das schmeckt auch, aber eben mehr nach Nusskuchen. Die Farbe geht auch etwas mehr ins bräunliche.

 

Kleiner Hinweis

Wenn ihr gerade in der zuckerfreien Zeit seid, dann verzichtet besser noch eine Weile auf dieses Gericht, und freut euch auf die Zeit danach. Der Kuchen ist wirklich etwas für besondere Gelegenheiten. Es kann gut sein, dass er das Zuckermonster reizt, und darauf solltet ihr gut vorbereitet sein.

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