Endlich zuckerfrei!

von Ilga Pohlmann

Zu viel Zucker: 3 Tipps, wie es besser läuft

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Wenn man anfängt auf Zucker zu achten, stellt man sehr schnell fest, das er sich heute fast überall versteckt. Für die Lebensmitteltechnik ist er ein Wundermittel, eine eierlegende Wollmilchsau, die überall einsetzbar ist: zum konservieren, karamellisieren, färben und veredeln.

Und dann schmeckt Zucker auch noch gut und verwandelt sogar fettarme Diät-Produkte in ein Geschmackserlebnis. Nebenbei ist er so preiswert, dass er ein perfekter Füllstoff ist und große Mengen für wenig Geld ermöglicht. Dazu kommt, dass zuckerhaltige Produkte weitaus häufiger gekauft und größere Portionen konsumiert werden. Zucker macht Lust auf größere Mengen. Der Einsatz von großen Zuckermengen in der Lebensmittelindustrie ist also nachvollziehbar – geschmacklich wie wirtschaftlich.

Leider ist unser Zuckerkonsum durch diese versteckten Zucker extrem angestiegen. Wir konsumieren ca. 4-5 mal so viel, wie wir vertragen können und von der WHO empfohlen wird. Leider bleibt diese tägliche Überdosis oft nicht ohne Folgen.

 

Zu viel Zucker: 3 Dinge, die schief laufen

Die Evolution ist langsamer als die Industrialisierung. In der Geschichte der Menschheit hat unser Organismus nie zuvor auf so häufige Zuckerschübe reagieren müssen. Leider hat sich in dem kurzen Zeitraum der Zuckerflut noch keine Reaktion entwickelt, die gut mit den Folgen dieser neuen Ernährung umgehen kann. Bisher reagieren unsere Körper noch mit Fehlfunktionen und Krankheiten darauf. Und es wird bestimmt noch ein paar Generationen dauern, bis sich das verändert. Aber was passiert da genau? Hier sind drei interessante Punkte:

  • Ein Teil des Zuckers wird in der Leber verarbeitet. Ist es zu viel wird er dort in Fett umgewandelt und eingelagert. Die Fettleber ist die Hauptursache für das sogenannte Metabolische Syndrom, das die größten Erkrankungen unserer Zeit beeinflußt: Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, gestörter Fettstoffwechsel und Herz-/Kreislauferkrankungen. Ausserdem gibt es Anzeichen dafür, dass Zucker auch Einfluss auf Krebs und Demenz hat.
  • Zucker ist die treibende Kraft der Maillard-Reaktionen (Glykation) wie z.B. der Verschmelzung von Zucker und Eiweißen zu AGEs (Advancaced Glycation Endproducts). Diese „Bräunungsreaktion“ sorgt dafür, dass die Brotkruste braun und knusprige wird oder der Braten im Ofen bräunt. Die Glykation ist eine köstliche Zubereitungsart, aber leider lagern sich die hierbei entstehenden AGEs in unserem Bindegewebe ein und sorgen dafür, dass es weniger elastisch wird –  unsere Haut altert. Dr. Lustig berichtet, dass die Glykation bei Zuckerkonsum auch endogen, also in unserem Körper, stattfindet, und dass dabei Wasserstoffperoxid freigesetzt wird, das unsere Zellen schädigt. Von aussen sehen wir diese Schädigung ebenfalls als Alterung. Angeblich sollen wir bei regelmäßigem Zuckerkonsum sieben Mal schneller altern, als ohne. Da versteht Herr Lustig keine Spaß!
  • Zucker aktiviert das Belohnungssystem wie jede Substanz, die ein Wohlgefühl auslöst. Und weil es sich so gut anfühlt, will man mehr davon – das ist menschlich! Leider funktioniert das System mit zunehmendem Konsum immer schlechter, da die Rezeptoren immer unempfindlicher werden. Mit der Folge, dass man immer mehr möchte und immer weniger dafür belohnt wird.

 

Weniger Zucker essen funktioniert: 3 Tipps

Zu viel Zucker führt also zu unerwünschten Reaktionen im Körper. Da unser System aber immer nach Heilung strebt, kann eine dauerhafte Reduktion von Zucker wieder zu größerer Gesundheit führt.

Damit ihr das in Zukunft erreichen könnt, möchte euch drei Tipps mit auf den Weg geben:

  • Achtet auf versteckte Zucker, und lest eine Weile ALLE Etiketten, damit ihr euch klar darüber werdet, wie oft und wie viel Zucker ihr unbewusst konsumiert. Das kann anfangs erschreckend und erhellend zugleich sein.
  • Versucht so nährstoffreich wie möglich zu essen, denn wenn euer Körper gut versorgt ist, fordert er seltener Zucker ein.
  • Haltet bei Appetit auf Süßes kurz inne, und forscht nach, ob hinter der Lust vielleicht ein anderer Grund steckt. Die einfache Frage. „Was brauche ich gerade wirklich?“ kann manchmal zu unerwarteten Antworten führen. Oft verstecken sich nämlich hinter dem Süßhunger andere Bedürfnisse, wie z.B. Überforderung, Langeweile, Einsamkeit oder Traurigkeit. All diese Bedürfnisse wollen in Wirklichkeit anders gestillt werden, als mit Zucker nur ruhig gestellt werden.

 

Aufklärung ist wichtig

Die WHO empfiehlt maximal 6-9 TL Zucker pro Tag und Person zu konsumieren. Bei der derzeitigen Produktauswahl im Supermarkt, stellt das jeden Verbraucher vor eine große Aufgabe. Der erste Schritt ist die Information, das Wissen darum, was wir Essen und die Bewusstmachung darüber, welche Mengen wir konsumieren. Ist das geklärt, kann die tägliche Dosis schon stark eingeschränkt werden.

 

Einige meiner Leser haben das bestimmt bereits versucht und mussten feststellen, dass ihnen weniger Zucker trotz der Aufklärung viel schwerer fällt, als anderen. Für euch hab ich meinen Kurs gemacht: Endlich zuckerfrei!

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