Endlich zuckerfrei!

von Ilga Pohlmann

Mangelzeichen Zucker-Jieper?

Folgendes Zitat hat mich zum Nachdenken gebracht:

„Die Gier nach Süßigkeiten ist bereits ein Symptom, daß [dem Kind] etwas fehlt; allerdings fehlt ihm nicht der Fabrikzucker, sondern andere Zusatzstoffe, vor allem Vitamin B1. Die Zuckergier [der Kinder] ist ein klassisches Zeichen des Vitalstoffmangels und dafür, daß bereits eine Abhängigkeit besteht.“

Dr. med. Max Otto Bruker, Unsere Nahrung – unser Schicksal, 1986

Das würde bedeuten, dass ich meinem Körper nur das zur Verfügung stellen müsste, was er wirklich braucht, damit mein Appetit auf Süßes gestoppt wird. Es soll also gar nicht um Verzicht, sondern um mehr Essen gehen? Interessanter Gedanke, oder?

Also hab ich mich auf die Suche begeben, was genau mein Körper an Vitalstoffen braucht. Es ging mir dabei nicht um Vitamine in Tablettenform, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass diese Pillen keinen Einfluss auf meine Gesundheit gehabt haben. Ausserdem hatte ich den Gedanken, dass all diese fabrikproduzierten Nahrungsmittel und Ergänzungen nicht wichtig sein können, da früher auch ohne sie viele Menschen gesund alt geworden sind.

Es ging mir also eher um die vielen lebenden Bestandteile innerhalb eines unbehandelten Lebensmittels, in dem die Vitamine, Enzyme, Mineralstoffe und andere Bestandteile in natürlicher Form und Kombination enthalten sind.

Dabei ist mir erst einmal aufgefallen, wie wenig Auswahl unsere derzeitige Ernährungsweise dafür liefert. Die meisten unsere üblichen Lebensmittel enthalten überhaupt kein „Leben“ mehr. Fast alles ist in irgendeiner Weise industriell verarbeitet, umgewandelt, erhitzt, bestrahlt, konserviert oder isoliert. Bei all diesen Verarbeitungsmethoden werden die meisten lebenden Bestandteile eines Nahrungsmittels abgetötet. Der Sinn liegt nahe: totes Essen verdirbt nicht so schnell. Wenn keine Bakterie sich um Verwesung kümmern kann, riecht es auch nicht so schnell nach Verdorbenem. Leider wird dabei das Lebensmittel zu einer Art leblosen „Füllstoff“ verwandelt, der zwar zuerst satt, aber nicht zufrieden macht.

Die Folge ist, dass der Körper schnell mehr fordert und – in Zusammenarbeit mit der Zuckerabhängigkeit – Süßhunger sendet. Er weiß es meistens auch nicht besser, da er die Alternativen nicht kennt.

Also bot ich meinem Körper verschiedenes an, um ihm zu einem größeren Repertoire zu verhelfen. Gleichzeitig vermied ich Lebensmittel, die mir bei ihrer Verdauung Vitamine und Mineralstoffe rauben.

Es funktionierte! Die verschiedenen Nährstoffe machten mich zufriedener satt und unterstützen meinen langsamen Zuckerentzug. Trinke ich jetzt morgens einen großen, grünen Smoothie, will ich danach garantiert kein Marmeladenbrot oder einen Schoko-Riegel. Nach Cornflakes war das damals anders, da wollte ich morgens um halb zehn … ach, ihr wisst schon! 🙂

 

Hiermit hab ich meine Nahrung ergänzt um meinen Körper ausreichend mit Vitalstoffen zu versorgen:

  • viele Gemüse, Salate und Kräuter, sehr oft auch roh
  • Nüsse, auch besser roh
  • Wildkräuter
  • Superfoods (natürliche Lebensmittel mit einer sehr hohen Nährstoffdichte, wie z.B. Hanfsamen)
  • Meer- oder Steinsalz, ohne Zusätze

Und hiervon hab ich nach und nach die Finger gelassen, da unser Organismus für die Verdauung dieser Produkte Nähstoffe aus seinen Reserven nutzen muss:

  • mehrfach verarbeitete Lebensmittel
  • weißes Mehl
  • Fabrikzucker
  • industrielle Fette
  • Haushaltssalz
  • alle Formen von künstlichen Zusatzstoffen

 

„Eure Nahrung soll Euer Heilmittel sein. Eure Heilmittel sollen Eure Nahrung sein.“

Hippokrates, 400 v. Chr.

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4 Kommentare

  1. Guten Tag Frau Polmann.
    Wir haben uns als familie auf rokost umgestellt aus krankheitsgruenden, dies seit einem halben jahr. nun faellt uns auf das wir alle zuckersuechtig sind und wir unser toechter, 2 u. 4 jahre abhaengig gemacht haben. wie kommen wir da raus? vorallem bin froh um rat, meine aeltere tochter liebt alles saeurende und immer wenn sie ausserhalb unserer familie mit zucker vollgestopft wird, wir leben in portugal-wo in der babynahrung zucker total normal ist. vor der umstellung hat ayala fast nur noch teigwaren, am liebsten weisse spagetthi, mit viel geschmolzenem kaese gegessen. wie kann ich sie unterstuezen? hast du tipps? ich habe den eindruc sie leidet sehr darunter das es bei uns kein zucer mehr gibt sandra

    • Eure Kleine erlebt wahrscheinlich auch gerade einen Entzug. Ich würde ihr vollwertiges Essen geben. Vielleicht eure Rohkost kombiniert mit komplexen Kohlenhydraten (Quinoa, Hirse) und ausreichend rohen Fetten (z.B. Kokosmus) Mehr kann ich so nicht dazu sagen, dazu fehlen mir zu viele Informationen.

  2. Liebe Ilga, tolle Seite! 🙂 Auch ich versuche seit einiger Zeit Zucker aus meinem Leben rauszuhalten. Bedingter Start war auch krankheitsbedingt aber nun fühle ich mich viel wohler. Heißhunger kenne ich nicht mehr und gesundheitlich läufts viel besser! Es lohnt sich also durchzuhalten. Hier noch zwei Anmerkungen zu diesem Beitrag als auch Frage von Sandra. Manchmal könnte auch die „Gier nach Süßem“ durch eine starke Besiedelung von Candida Hefen kommen. Bei mir hat sich hier eine Überprüfung gelohnt. Im Rahmen einer kompletten Ernährungsumstellung habe ich gelernt, dass auch viele beliebte „Ersatzgetreide“, Quinoa zum Beispiel „nicht ohne“ sind, insbesondere für Menschen mit angeschlagenem Darm und Kinder durch Lektine und Saponine. Hier lohnt es sich genauer zu schauen. Hier z.B. einige Infos. https://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/getreide/buchweizen-quinoa-und-amaranth-urgetreide-aus-der-ferne
    Liebe Grüße!

    • Danke für den Hinweis!

      Bei mir hatte sich das Candida-Probleme mit der Hilfe von vollwertiger und zuckerfreier Nahrung nach einer Weile erledigt.

      Um die Lektine, Saponine, etc. zu minimieren weichen ich die Körner meistens über Nacht ein.

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