Endlich zuckerfrei!

von Ilga Pohlmann

Zuckerverzicht: Warum fällt er so schwer?

| 10 Kommentare

Früher hatte ich einen Wunsch: “Ach, könnte ich mich doch endlich mal total überessen, damit mir so richtig schlecht würde und ich nie wieder Appetit auf Schokolade und Kuchen hätte!” – So Leid war mir dieses ständige Verlangen nach Süßem!

Schlecht war mir zwar häufiger, aber es änderte nichts an meinem Verhalten. Kurz darauf schmeckte mir alles gleichbleibend gut. Der Genuss blieb nicht auf der Strecke, aber das Gefühl nach dem Essen störte mich sehr. Also habe ich mir immer wieder vorgenommen, in Zukunft weniger Süßes zu essen. Meistens versagte ich und stellt mir folgende Fragen:

  • Warum kann ich nicht aufhören zu naschen?
  • Warum kann ich nicht einfach weniger Süßes Essen?
  • Warum breche ich immer wieder mit meinen Vorsätzen?

Mit der Zeit habe ich Antworten gefunden, die es mir heute sehr viel leichter machen, die Sache mit der Lust auf Zucker besser zu verstehen.

Für mich gibt es für das fehlenden Durchhaltevermögen folgende Gründe:

  • emotionale und kulturelle Gründe
    Wir verbinden Süßes mit Lob, Trost, Zuneigung und Liebe. Wird uns das nicht bewusst, kann diese Kombination einen Verzicht unmöglich machen.
  • versteckte Zucker
    Zucker steckt mittlerweile in fast allen Speisen und Getränken. Wir wurden also unbewusst an den mehrfach täglichen Konsum gewöhnt. Wird der plötzlich beendet, meldet sich der Körper.
  • nährstoffarmes Essen
    Unsere heutigen Lebensmittel sind durch Überzüchtung und kultivierte Böden nicht mehr so nährstoffreich, wie sie früher waren. Unsere Körper bemerkt einen Mangel, und er scheint ihn häufig – in Mangel an Erfahrung – durch Süßhunger auszudrücken. Er weiß oft nicht, nach welchem Lebensmittel er verlangen soll, da es ihm noch nie angeboten wurde.
    Wer von uns weiß intuitiv, dass Löwenzahnblätter mit ihren Bitterstoffen wichtige Nährstoffe liefern, die uns zufrieden stellen und den nächsten Zuckerhunger verhindern können.  
  • Biochemie, die körpereigene Reaktion auf Saccharose
    Die Verstoffwechslung von Saccharose hat Einfluss auf unsere Essverhalten. Glucose fördert Blutzuckerspiegel-Schwankungen und damit häufigeren Appetit. Fructose verhindert das Aufkommen eines Sättigungsgefühl.
  • hormonelle Störungen in Folge von zu viel Zuckerkonsum
    Zucker hat Auswirkungen auf unsere Hormonproduktion und -funktion (Leptin, Ghrelin, Insulin, Glucagon) und kann so den Fettstoffwechsel- und Hunger/Sättigung-Kreislauf durcheinander bringen. Dies führt – neben anderen gravierenden Nachteilen – auch immer wieder zu erneutem Süßhunger.

 

Was kann also helfen?

Meiner Erfahrung nach ist ein sehr nährstoffreiches Essen, dass den Zucker verdrängt, extrem förderlich für das Durchhalten. Ein gut versorgter Körper wird weniger nach Süßem verlangen.

Da die meisten von uns wahrscheinlich schon über Jahre zu viel Zucker konsumieren, sind die hormonellen Störungen wahrscheinlich der größte Grund für das fehlende Durchhaltevermögen. Die Biochemie ist meist stärker als der eigene Wille.

Ein kurzer, kompletter Entzug von allem Süßen kann hier aber eine große Veränderung mit sich bringen. Für mich ist das nur in Kombination mir sehr nährstoffreichem, echten Essen und kurzzeitigem konsequenten Verzicht auf alle Zucker durchzuhalten.

Hält man sich an diese Regeln, ist das Ziel nah!

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10 Kommentare

  1. Ja, nur extrem schwierig:( ich hatte einen Kreislaufzusammenbruch, nach kompletten Zuckerberzicht. Nun muss ich den Zucker ausschleichen lassen. Wahnsinn oder

    • Wow! Das ist schon heftig.
      Auch wenn ich selbst den kalten Entzug bevorzugt habe, bin ich der Meinung, dass etwas langsamer (gerade bei denen, die vorher viel Zucker gegessen haben) besser ist. Erst mal nur die süßen Getränke weglassen und bei anderen Sachen darauf achten, etwas weniger davon zu essen. Und dann, erst nach ca. einer Woche, alles andere weglassen. Ich weiß von vielen anfänglichen Reaktionen, aber Kreislaufzusammenbruch hatte ich noch nicht gehört. Ich hoffe, ab jetzt läuft es besser!

  2. Ich hatte während einer Stunde auf Geschäftsreise versucht einen auf Banana-Girl zu machen.
    Ich hatte es selber gar nicht so gemerkt, aber meine Holde erschrak über meinen Zustand, als ich zurück kam. Apathusch, antriebsarm – fast depressiv.
    Sie päppelte mich dann schön mit Kaffee (mit Zucker) und Schokolade wieder auf. Es war auch erstaunlich, in wie kurzer Zeit ich mich besser fühlte – und zeigte deutlich eine erschreckende Abhängigkeit.
    Gerade versuche ich es wieder einmal zu reduzieren. Espresso ist meine Achillesferse. Den mag ich mit Süßungsalternativen einfach gar nicht. Und trinke aber mehrere am Tag. Habe mal einen Tee gekauft. Da geht Xylit.

    • Die Reise dauerte dann doch schon eine Woche…

      • Entzugserscheinungen, oder?
        Hast du viel Zucker gegessen? Meist sind sie besonders schlimm, wenn man vorher viel Zucker konsumiert hat. Das gibt sich aber nach ein paar Tagen, nur sehr wenige müssen ein paar Wochen damit kämpfen.

  3. also ic.h war( hoffentlich ) eine richtige naschkatze. morgens marmelade
    und nachmittags kaffee mit kuchen. Abends dann noch Schokolade oder Kekse.
    Doch schon beim Essen kam mein schlechtes Gewissen.Und die 5 kilo um die Hüften
    gingen auch nimmer weg. Vor 10 Tagen begann ich dann auf Süssigkeiten und Kuchen komplett zu verzichten.Der 2 und 3 Tag war ganz schlimm Kopfweh und
    Gereiztheit den ganzen Tag.Aber ich hielt durch.Und siehe da mein Verlangen nach
    diesem Zeug ist weg.JUHHHUUU!!!! Heut war ich einkaufen und als ich so durch die Regale lief dachte ich : Was es alles gibt das ich nicht brauche, Ich weiss ich bin noch nicht Über dem Berg. Aber ich bleib dran. Ich fühle mich fit und wach wie lange nicht mehr

  4. Wow, ich habe es auch oft versucht und immer mehr den Zucker reduziert.
    Mal besser, mal schlechter.

    Dann ging es eine Phase ganz gut, dann wieder wirklich schlimme Heißhungerattakten.

    Nachdem ich bei Magen-Darm-Problemen und auch Kopfschmerzataken nicht mehr weiter wusste, werde ich nun einen radikalen Verzicht machen.
    Ich bin nun schon bei Tag 15, ich hoffe ca 4-6 Wochen zu schaffen.
    Mein Verzicht wird bei Zucker und auch Weizen liegen. Zudem eben versuchen die Süßstoffe weg zu lassen, was mir ehrlich gesagt nicht so gut gelingt. Ab und zu im Kaffee 1/2 Tablette Süßstoff geht doch in meinen Kaffee rein.

    Bei mir soll es vor allem eine gesundheitliche Verbesserung werden, daher will ich es wirklich durchhalten.
    Es ist nur erschreckend wie sehr man sich einschränken muss, wieviel Willenskraft man braucht und wie schwer es das Umfeld manchmal macht.

    Man fühlt sich irgendwie ausgegrenzt und es ist ein großer Berg arbeit sich mit dem Thema zu beschäftigen und im Alltag drauf zu achten.
    Restaurants besuchen, mal ne Kleinigkeit unterwegs kaufen, ist alles nicht so einfach.
    Es wird einfach überall Zucker beigemischt und drauf zu verzichten ist schwer.
    Außerdem muss man sich immer wieder rechtfertigen wieso man das tut.

    • Du schilderst die Fallstricke recht gut! Es ist nicht so einfach, und alleine ist es nochmal härter.
      Das nächste Programm startet bald! Mach’ doch mit und lass dir dabei helfen!

  5. Hallo Ihr Lieben,
    für mich trifft der 1.Punkt genau zu, der da heißt:
    emotionale und kulturelle Gründe
    – ich war schon mal so stolz auf mich, weil ich es viele Tage ohne Zucker geschafft habe, nämlich durch essen mit Wildkräutern, dann bekam ich einen extremen Hautausschlag, jeder meinte gleich, hör auf mit dem Zeug. Natürlich habe ich es erst mal gemieden und schon kam ich wieder auf diese Sachen wie z.B. Kokos- oder Mohnkuchen. Z.Zt. gehört das tägl. dazu, es zieht mich regelrecht dorthin.
    Für kulturelle Dinge fehlt das Geld, dabei hatte ich mal damit begonnen. Ich nahm mir vor, heitere Filme, auch Komödien anzusehen, was ich auch tat und schon hatte ich mich fin. übernommen. So kommt eins zum andern!
    Auf einer Internetseite las ich, 20 Tage ohne jeglichen Zucker durchhalten, dann bist du weg vom Süßen. Ich habe ja nie auf meinen Zettel geschaut! Die Sucht war halt größer. Ich bin wahrhaftig ausgegrenzt bei meiner Ernährung, auch so bereits,
    da ich biologische Produkte bevorzuge.
    Seit erst mal lieb gegrüßt

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